On a bad day finishing an ultra is fucking hard

oder

…manchmal wollen die Beine, der Kopf aber nicht. Diesmal war es umgekehrt ;-)

photo by Thomas Bohne

Photo from www.saragossa.cat

Transvulcania 2013, ein Starterfeld gespickt mit der „Elite“ bzw. den Superstars aus der ganzen Welt. Und ich mittendrin, oder besser gesagt irgendwo in der 4. Reihe. Am Beginn halte ich mich um Emilie Forsberg und Núria Picas auf. Irgendwann hole ich mir dann sogar Adam Campbell und muss ihn dann erst 1.2 km vor dem Ziel ziehen lassen…

…Wow, das liest sich so hingeschrieben, wie wenn ich den Lauf meines Lebens gehabt hätte!

In Wirklichkeit war es das dann auch, aber eben im negativen Sinn leider! Aber mal schön von Vorne…

…Gine Kapschnittchen, Thomas Bohne und ich kurz vor dem Start

Ein zügiger Start um 6:00 morgens und für die nächsten etwa 1700 hm geht’s durch losen Vulkansand nach oben. Es ist noch angenehm von den Temperaturen, und nach anfänglichem Positionskampf (bei gut 1600 Startern nicht ganz verwunderlich) lauf ich etwas hinter, dann vor und dann wieder hinter Emilie Forsberg und Núria Picas. Nice! Sehr cool. Die Beine fühlen sich gut an und die Bewegungen fallen leicht. Es macht einfach Spaß. Ich kann es trotz dem zugegebenermaßen zügigen Tempo genießen. Alles im grünen Bereich. Die erste Labestation noch vor dem Morgengrauen ist gerammelt voll mit Zuschauern die einen förmlich bergauf tragen. Genial. Etwas weiter kommen dann auch meine Stecken zum Einsatz um das Vorankommen im losen Sand zu erleichtern. Es geht schon lange da nach oben, aber die Läufer um einen und dann der Sonnenaufgang lassen die Anstrengungen etwas vergessen. Der Sonnenaufgang! Und wieder ist mir bewusst, wie gut es mir geht dass ich so etwas erleben darf. Am liebsten wäre ich zum Foto machen stehen geblieben um für später und für all die anderen diese wunderbaren Eindrücke fest zu halten. Nachdem Núria zwei Positionen vor mir lief, und ich diesen Ansporn nicht verlieren wollte, hab ich dieses Bild nur in meinem Kopf gespeichert; aber dort dafür für immer! Die Stirnlampe kommt auch vom Kopf und in eine der Seitentaschen meines 12er Skin.

Irgendwann sind wir dann auch am ersten Gipfel, Las Deseadas. 18km im Rennen. Etwas auf und ab und dann auch schon zügig der ersten großen Labestation entgegen. Fernanda Maciel vom Team TNF  läuft vor mir, sie lässt es richtig krachen. Ich nehm etwas Tempo raus, denn ich will meine Oberschenkel nicht zu früh zerstören. Aber nicht allzu weit hinter ihr geht es ins Refugio de El Pilar rein.

photo credit: Monarch Running (Mr. Clayton)

Auch hier wieder richtige Volksfeststimmung. Wassermelonen. Super. Und auch meine Flasks werden von einer der vielen Freiwilligen mit Wasser aufgefüllt. Muchas Gracias! Und ich bin auch schon wieder am Weg. Kurz darauf setze ich mich aber auf einen Stein um die mittlerweile recht zahlreichen Steinchen in meinem Schuh auszuleeren und meine Julbo aus dem Rucksack zu kramen. Die Sonne ist schon voll im Einsatz und meine empfindlichen Augen verlangen Schutz.

Beim Aufstehen dann ein kleiner Minikrampf. Hm!? Was soll das? Gerade mal km 28 oder so. Anyway, Stecken in die Hand und den Forstweg weiter Richtung El Reventón. Unspektakulär von der Strecke her, aber somit kann man etwas mehr die Landschaft genießen und links und rechts schauen. Aber es läuft sich nicht mehr so locker wie anfangs bergauf. Die Oberschenkel sind schwerer und immer wieder so kleine Ankündigungen eines Krampfes. Aber nicht so wie es schon mal sein kann dass es an einer Stelle immer etwas „zwickt“. Einmal meldet sich am rechten Waden etwas, einmal der linke Oberschenkel innen. Irgendwie schräg. Ich trinke brav und nehme meine erste Salztablette. El Reventón. Frosty und Bryon Powell stehen da bei der Labestation rum. Ich bekomme wieder kühles Wasser, bedanke mich und weiter.  Es ist schon ganz schön warm und der Blick Richtung Roque de Los Muchachos macht klar, dass dies kein Spaziergang wird. Die Krämpfe melden sich immer wieder, und an ein gemütliches Laufen denke ich schon lange nicht mehr. Ich muss viel gehen. Und immer wieder werde ich überholt. Mist. Verdammt. Es ärgert mich. Aber irgendwas da bei mir will heute nicht. Die Beine fühlen sich komisch an. Der Kopf hingegen, dem taugt es heute und der kommt nicht einmal auf die Idee aufzugeben. Irgendwie wird es mir auch recht bald egal wenn ich wieder überholt werde. Ich geh mein Tempo. Ja, primär geh ich. Manchmal steh ich um einen Krampf raus zu dehnen und ab und zu laufe ich das eine oder andere Stück. Bis halt wieder ein Krampf mich daran hindert. GUs, Salztabletten, Trinken. Auch der Magen ist für die Temperaturen und das Herumgewackle in guter Verfassung. Also auch so wie der Kopf; nicht so wie die Beine. Pico de La Nieve und de La Cruz werden mehr schlecht als recht passiert. Wassermelonen schaufle ich in mich rein, und kaltes Wasser gieß ich mir bei jeder Möglichkeit über den Kopf. Und irgendwann komm ich auch dem Roque de Los Muchachos näher. Wieder viele Leute die einen motivieren. Und die letzen Meter da rauf gehen zwar nicht schnell, aber kein Krampf lässt mich da vor all den Leuten blöd aussehen. Oben angekommen gibt es wieder Wassermelonen und zum ersten Mal Cola. Ah! Genial. Becher Nummer eins volley. Und zwei weitere mit rüber zu einer Bank. Dort massiere ich meine Oberschenkel  mit einem Sack Eiswürfel. Das tut gut. Und irgendwie fühl ich mich ganz gut. Zumindest meint das mein Kopf.

Beim Blick runter auf meine Waden schau ich dann aber nicht schlecht. Alles wabbelt da so von ganz alleine herum. Es tut nicht weh; aber alles ist in Bewegung. Es wurlt, wie wenn Ameisen unter meinen Calfs sich eingenistet hätten.  Arg. Ich stupse mit meinem Zeigefinger drauf. Irgendwie lustig. Und es tut ja nicht weh. Aber so ganz in Ordnung ist das nicht, oder!? Naja, hilft ja nix. Nachdem das nicht aufhört, füll ich meine Flasks noch mit Wasser und Cola, bedanke mich und mach mich wieder auf den Weg. Es sind ja nur mehr 20km bergab und 6km leicht bergauf bis ins Ziel…

Die ersten Meter lauf ich wieder, aber bald stellt sich wieder der bereits eingespielte Rhythmus krampfen, stehen, wieder gehen, ab und zu etwas laufen, und das ganze Spiel von Vorne ein. Klingt blöd, aber man gewöhnt sich daran. Auf 1300hm und optisch noch sehr weit vom Strand bei Puerto de Tazacorte entfernt muss ich mich hinsetzen. Nun bin ich auch müde bzw. die Hitze macht mir zu schaffen. Immerhin suche ich mir einen Stein im Schatten. Keine Ahnung wie viele da wieder an mir vorbei sind, aber egal. Wirklich.

…mein “Ausblick” für 1,2, ..10min ;-)

Nach einer gefühlten Ewigkeit dann wieder auf die Stecken gestützt und es geht weiter bergab. Bei Torre Forestal de El Time gibt es nochmals Wassermelonen, Eiswasser für meinen Kopf und Eiswürfel für meine Beine. Weiß nicht wie ich selbst grad drein schau, aber um mich rum sind einige denen es vermutlich nicht viel besser als mir geht. Eine Lady mit der ich mich beim runter wanken immer wieder mal in der „Führungsarbeit“ abgewechselt habe, wird von den Sanitätern ins Zelt gebracht. Als ich mich wieder auf den Weg mache, schau ich kurz rein und will sie eigentlich zum weitergehen aufmuntern. Sie schüttelt aber den Kopf und gibt mir zu verstehen dass hier leider für sie Endstation ist. Verdammt. Weiter geht es über große Felsblöcke. Ein toller Trail. Wie gerne würde ich es hier krachen lassen! Wäre das ein Spaß. Aber nicht heute. Heute ist alles was ich von meinem Körper noch verlangen kann/darf, diese letzen nicht mal mehr 1000hm ohne Schäden irgendwie hinter sich zu bringen.

Auf einmal vor mir ein Läufer im typischen „US-Style“: Handheld bottle und den Rest irgendwo in die Shorts gestopft. Rucksack ist keiner notwendig. Damn. Das ist doch Adam Campbell vom Team Arc’teryx/Salomon. Ok, er ist Kanadier, kein Amerikaner. Da passt auch was nicht. Als ich auf seiner Höhe bin frage ich ob alles ok sei. Keine Antwort. Ich gehe zwei drei Schritte weiter und habe ihn schon überholt. Ich dreh mich um. Ein weiterer Leidensgenosse aus Nordirland wenn ich es dann richtig verstanden habe (die Hautfarbe würde auf jeden Fall passen) ist grad neben ihm als er einfach umfällt. Ich retour. Er kommt wieder auf die Beine und meint es ist alles ok. Es sind nur mehr 400m bis zur nächsten Straße. Er wankt nochmals gewaltig, hält sich aber auf den Beinen. Wir begleiten ihn, einer links einer rechts neben ihm so gut es geht. Und wirklich, da kommt eine Straße und auch die ersten Helfer sind schon zur Stelle. Adam winkt aber ab und meint es geht schon. An der Straße angekommen krümmt er sich aber und muss zu Boden. Die Sanitäter sind zur Stelle und er wird zum Krankenwagen begleitet. Ich gebe den anderen Läufern Bescheid, dass ich bei ihm bleibe, meine Zeit ist mir schon lange nicht mehr im Geringsten wichtig. Gut dass Adam etwas Spanisch spricht und sich mit den Helfern unterhalten kann. Er bekommt etwas Wasser und sie checken seine „Vitals“. Ich versuche inzwischen Bescheid zu geben, dass er von irgendjemand vielleicht abgeholt werden kann. Etwa 10 Minuten vergehen und es geht ihm merklich besser.  Er meinte er werde einfach runter bis nach Tazacorte gehen, da kann ihn leichter wer abholen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das eine gute Idee ist, und beschließe dass ich ihn zumindest begleiten werde. Wir bekommen beide noch eine Birne von den Sanitätern und marschieren wieder los. Tough! Echt tough! Am Weg nach unten quatschen wir so dahin, um uns abzulenken und um etwas über den anderen zu erfahren. So wie es aussieht haben wir heute beide nicht den besten Tag erwischt. Adam hatte von Anfang an mit Magenproblemen zu kämpfen und konnte schon lange keine Nahrung unten behalten. Meine Geschichte ist ja bereits bekannt. Elektrolythaushalt im Arsch.

Die letzen Serpentinen nach unten bieten einen grandiosen Blick raus aufs Meer und runter nach Tazacorte. Super schön. Und wir: super langsam. Er meint ich soll loslaufen. Ich verneine, denn wirklich schneller geht es bei mir eh nicht mehr. Dann werden wir von einem Zuseher in seinen Bike-Schuhen überholt. Klack, klack, klack. Oh, that is so embarrassing, meint Adam. ich meine darauf, dass unsere Schuhwahl (wir sind beide mit dem Sense Ultra unterwegs, ein perfekter Schuh!) vielleicht nicht die beste Wahl war, und wir lachen beide. Na immerhin, das Lachen ist uns noch nicht abhanden gekommen ;-)

Unten angekommen, ein weiteres Fest. Musik, Strandfeeling. Wieder gibt es meine geliebten Melonen und noch einmal fülle ich meine Flasks. Noch schnell ein übergroßes Gummibärli in Form einer Tarantel und ich will mich von Adam verabschieden und ihm alles Gute wünschen. Doch der ist schon wieder „voll da“ und meint zu mir er mache das Ding nun auch fertig. Ich find das einfach nur cool und gemeinsam machen wir uns auf die letzen 6km und 300hm. Am Anfang geht es recht flach ins Landesinnere und wir laufen. Ok, er läuft, ich wanke wie auf rohen Eiern; denn diese Krämpfe wollen heute einfach nicht mehr aufhören. Über eine kleine Brücke und der letzte Anstieg. Steil geht’s bergauf und die Stecken leisten ihre Arbeit. Dann einige hohe Stufen rauf zu einer Straße. Oje. Oben angekommen geht mir mein Sichtfeld flöten. Ich steh zwar noch, aber sehen tu ich nur mehr ganz verschwommen und wenig. Ich lass mich auf die Leitplanke fallen. Noch eine Salztablette, Wasser, ein Gel. Adam motiviert mich hier nicht lange sitzen zu bleiben. Ich stehe auf, wanke und gehe dann auch wieder. Die letzen Höhenmeter. Aber einige hundert Meter weiter krampft bei mir alles zu. Ich stehe wie auf High Heels. Die Waden machen zu. Ich komme mit meinem Eigengewicht nicht mehr dagegen an. Adam versucht mich nach unten zu drücken. Es dauert etwa 30 Sekunden bis sich was tut. Aua! Hölle! Und kurz darauf das Ganze Programm nochmals. Ich lass mich fallen und erhoffe mir dabei etwas weniger Schmerzen. Falsch gedacht. Nun gesellen sich auch die Oberschenkel dazu. Ich schreie wie am Spieß. Aus. Ich kann nicht mehr und ich mag nicht mehr. Adam und vorbeikommende Läufer stellen mich wieder auf, nachdem dies die „angenehmere“ Position zu sein scheint. Adam meint, er besorge etwas Wasser und dann versuchen wir es nochmals. Inzwischen sind auch Streckenposten eingetroffen und ein Polizeimotorrad. Der steht aber nur etwas entfernt und betrachtet das Häufchen Elend an der Straßenböschung lehnend.  Kurz darauf ist Adam wieder da, mit einer Flasche kaltem Wasser. Thanks man! Wo hast du das denn her? Wir sind nur mehr etwa 100hm und 1.2km vor dem Ziel und da oben bei dem gelben Haus ist die Steigung vorbei. OK, danke. Aber auch wenn ich noch will, die Beine einfach nicht mehr. Bitte ruft die Ambulance. Adam versucht mich noch einige Male zu überreden, aber ich lehne dankend ab und schicke ihn auf seine letzen Meter. Er soll das Ding fertig machen. Ab die Post!

Ich versuche weiter von dem Wasser zu trinken, und von einem Läufer bekomm ich noch eine Salztablette (nachdem ich alle mein 7 bereits aufgebraucht hatte) und ein anderer gibt mir was von seinen sauren Stangerl. Danke Leute!!! Die Zeit scheint nicht zu vergehen, und irgendwie tut sich nichts. Keine Ambulance in Sicht und ich überlege, ob ich mich wieder fallen lassen soll.

Oder soll ich einfach weiter gehen? Ich gehe. Ok, ich wanke. I’m crawling. Aber ich bewege mich bergauf. Dean Karnazes hatte einmal den Spruch getätigt: “Run when you can, walk if you have to, crawl if you must; just never give up.” Ein blöder Spruch, aber so in der Richtung war es genau das was ich nun machte… …begleitet von einem Zuschauer erreichte ich das Ende der Steigung und wurde noch von einem Balkon aus mit einem Gartenschlauch mit kaltem Wasser abgeduscht. Awesome! Danke!!!

Nur mehr ein Kilometer. Null Höhenmeter. Ein blauer Streifen. Das geht irgendwie. Ja irgendwie. Ein Fuß vor den anderen. Andere Läufer überholen mich und klopfen mir auf die Schulter. Verdammt, ich muss echt fertig aussehen. Aber he, das bin ich auch. Dann ein leerer Stuhl am Straßenrand bei einem Kaffee. Der ruft mich: setz dich kurz hin! Ich greif nach dem Teil, die Stecken (oder besser gesagt meine Krücken) in der anderen Hand. Und BAM!, wieder beide Waden. Wieder High Heels. Nur dass die Absätze fehlen. Blöd. Und diesmal geht’s ohne Vorankündigung Rücklinks auf den heißen Asphalt. Auweh. Sofort stehen 20 Zuschauer und Gäste aus dem Kaffee um mich rum und wollen helfen. Beim Versuch mir die Krämpfe raus zu dehnen, greifen 10 Hände gleichzeitig. Leider trägt das nicht zur Linderung bei und ich schrei mal wieder. Wasser wird mir über die Beine und das Gesicht gelehrt und die Krämpfe lassen dann irgendwann etwas nach. Dann helfen sie mir auf. Muss etwa so ausgesehen haben, wenn Frankensteins Monster erwacht. Aber immerhin bekam ich Applaus als hätte ich gerade gewonnen. Ich musste sogar etwas  schmunzeln, bedankte mich und wankte weiter dem Ziel entgegen. Peinlich. Aber egal. Heute wirklich schon egal. Und dann noch ein kleiner Rechtsknick und nochmals links. Der rote Teppich ins Ziel. Noch 5 Meter. Noch ein Krampf, aber der wird ignoriert und ich gehe über die Ziellinie. Die Hände in die Höhe erspare ich mir. 12:36:00. 367. Platz. Sch… egal. Ich bin echt noch ins Ziel! Ich will mich nur irgendwo hinlegen.

Diese kleinen Plantschbecken wären jetzt der absolute Wahnsinn, aber wenn ich mich da reinfallen lass, ersaufe ich sicher! Also rüber zur Physio… …eine super nette Physio kümmert sich sofort um mich, ja sie muss mir sogar die Calfs runter ziehen. Selber geht das nicht mehr. Mit viel Konzentration lass ich mich auf die Liege rauffallen und sie beginnt zu retten was zu retten ist. Aber leider ist da nichts mehr zu retten. Die Waden krampfen erneut so stark dass sie zu zweit versuchen müssen meine Fußschaufeln entgegen zu drücken. Ein Zuschauer muss den Massagetisch halten, da sie mich sonst weggeschoben hätten. Gar nicht mehr gut. Aus. Ich verlange dass ich ins Rettungszelt gebracht werde, aber vermutlich hat dies vor mir schon jemand getan, denn die waren sofort da. Und ab ging es ins Zelt des Cruz Roja. Und kurz darauf bekam ich den anscheinend bitter notwendigen IV drip.

a cold one wäre mir da lieber gewesen ;-)

…no comment

Eine große Infusion (inklusive einer zusätzlichen Spritze vom Herrn Doktor; war das Valium?! Egal, es hilft) und noch 2 kleine später beruhigte sich mein Körper wieder. 5 Helfer mussten sich abwechseln, um meine Waden am Krampfen zu hindern und ständig meine Fußschaufeln her drücken. Dann konnte ich wieder aufstehen. Holte mein Finisher-Shirt und meinen Rucksack…

Was soll ich sagen!? Das war ein Tag den man seinen Feinden nicht wünscht. Aber auch der ging zu Ende und was bleibt sind (hoffentlich) nur die Eindrücke dieser tollen Strecke, dieser genialen Landschaft, der tollen Leute an der Strecke, den Leidensgenossen, der perfekten Helfer und einem Ambiente das schwer zu toppen ist.  Adam: danke für deine Motivation, deinen Beistand und dem kalten Wasser! Allowed me to crawl to the finish line! Und besonderen Dank auch an die nette Physio die sogar noch im Zelt des Roten Kreuz weiter geholfen hat! Danke!

 

 

Wenn sich jetzt jemand fragt, ob ich mir das wieder antun würde, ist meine Antwort folgende: definitiv! Ich habe noch eine Rechnung offen mit dieser tollen Strecke. Nächstes Mal laufe ich dann auch!

So long und happy trails!

Regeneration nach dem Lauf!
…photo by Thomas Bohne

BTW:  Emilie Forsberg finishte als erste Dame (und Overall 16.!)in 08:13:22 h; Kilian Jornet gewann das Rennen mit einem neuen Streckenrekord in 06:54:09 h. Gratulation! Und auch Gratulation an all uns andere 980 die da irgendwann später noch über die Ziellinie „hüpften“!

BTW2: eine Woche nach dem Lauf versuch ich immer noch still zu halten, denn mein rechtes vorderes Schienbein (genauer tibialis anterior) ist ordentlich beleidigt…

…mein rechtes Bein von hinten gesehen, 5 Tage nach dem Lauf. Mittlerweile ist die Schwellung weg, aber der Schmerz am Schienbein ist noch da ;-(

BTW3: etwas Erfreuliches am Rande: ich darf als “Model” für den Tenerife Bluetrail herhalten ;-)

…irgendwo an einem Stadion in Tenerife

…und von einer Plakatwand ;-)

 

A ramble through the wild woods

…eigentlich waren es ja gleich 3!

Wild Forest: Das erste Trailrennen des TRAIL MAGAZINS. 3 Tage durch nen Wilden Wald fegen… Na klar, da mach ich mit! Da will ich hin!

Wo ist das denn eigentlich!? In Kreuth bei Rieden oder besser gesagt am Gelände der Ostbayernhalle, einem riesen (Europas größtes?) Pferdegut. Na gut, als Ösi noch immer keine Idee wo das ist. Irgendwo nach Regensburg auf Höhe Nürnberg. Wird schon nicht so weit sein…

Tag 1: …nach einer fast 8-stündigen Autofahrt mit “Umweg” über Tirol um meine Crew aufzuklauben schaffen wir es am Freitag (5. April) einige Minuten vor dem Start des 3km Nightsprints auch wirklich dort anzukommen. Nachdem im 1-Minuten Takt gestartet wurde darf ich noch schnell nachmelden und hab noch 59min um mich umzuziehen. Etwas die Beine vertreten tut sicherlich gut nach all der Autofahrerei.

…und bald steh ich dann auch schon am Start. Kurze Hose und meine Stirnlampe am Kopf. Leichter Schneefall und irgendwo um die 0°C. So viel zum Frühling ;-)

Los gehts. Raus aus der warmen Halle und ab in die kühle Nacht. Kurz etwas Wiese und 2 Straßen überspringen und bald sind wir auch schon im Wilden Wald. Nice! Links – Rechts – Rauf – Runter und ab und zu auch wo drüber. Die kalte Luft in den Lungen tut gut und das Wegfinden (wohl besser gesagt den Markierungen folgen) beschäftigt mich, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.

…Da ist dann auch schon wieder die Halle und rein ins Warme. 0:12:56 h und das heißt 4. Platz! Sogar 1. Platz in der M30 (haha, jetzt schau ich auch schon auf die Alterswertung!). Coole Sache. Und ich muss lachen als Korbinian (Schönberger; ein Kollege aus dem Team Salomon!) bei der Siegerehrung meinte er ist so kurze Distanzen nicht gewohnt; er laufe normalerweise 10km. Na dann ist ein 4. Platz für einen 100km bis 100Meilen Läufer ja nicht so schlecht ;-)

Danach gibt’s Essen in der “Box2Go” und es wird bis spät am Abend geplaudert. Viele bekannte Gesichter… …Irgendwann dann ab ins Matratzenlager. Noch schnell den Pferden zugesehen. Die Irren reiten die ganze Nacht (aber das haben die sich von uns sicherlich auch gedacht!). Gute Nacht…

Tag 2: der eigentliche Event: 45km Trio mit Sebastian und Marc. Der eigentliche Grund meines Besuchs im “Hohen Norden”. Gleichzeitig mit den 30km Duo starten wir um 12:00 auf eine 15km Runde. Das Tempo ist gleich ordentlich hoch und Denis aka Mr. Trail Magazin spielt die Zugmaschine. Dicht gefolgt von Dippi und Rudi… …ich schau mir das lieber von hinten an ;-)

Die erste Runde vergeht recht schnell und Silke reicht mir eine neue Flask mit heißem Iso. Danke schon mal hier an die tolle Verpflegung! Runde zwei ist etwas durch Krämpfe bei Sebastian geplagt. Es will heute nicht ganz so bei ihm. Wir nehmen es mit einem Lachen. Macht auch viel zu viel Spaß in diesem Wald hier um es anders zu sehen!

…die Pferdchen würden wohl auch lieber laufen!

…smiling along ;-)

…der Gripmaster schießt aus seinem Versteck ;-)

Runde drei wird dann wieder mehr Gas gegeben und wir schaffen es noch die eine oder andere Truppe zu überholen. Dachte mir 3 mal das gleiche zu laufen wird irgendwie fad; aber es machte einfach nur Spaß. Zick-Zack und drüber hüpfen und unten durch. Dann rein in einen Bombenkrater (oder war es eine Doline?) um auch gleich wieder auf der anderen Seite hochzukrabbeln. Voll das schöne Moos über das wir laufen, dann wieder Äste die im Weg sind und der eine oder andere Dornbusch. Nur die große Wiesenschleife hat mich in jeder Runde viel Überwindung gekostet. Da kommt mir vor es geht einfach nix weiter. Endlich wieder im Wald und man ist beschäftigt: man darf wieder im Wald spielen ;-)

thanks to Sportograf, nice shot!

Irgendwie geht dann leider auch die dritte Runde zu Ende; wir schnappen uns noch Marc seine Damen die sich mehr als nur wacker über die 30km schlagen und Herr Blumrich wird noch kurz vor dem Ziel kassiert. Sorry, das musste sein ;-)

Nach 3:48:57 h sind die 45km “erledigt” und wir dürfen uns über den 5. Platz freuen. Und das Wichtigste: wir hatten einen Mordsspaß! Also zumindest der Autor dieses Textes, aber den Gesichtern meiner Mitstreiter zu urteilen ging es ihnen nicht viel anders!

…und zur Abwechslung danach Kartoffeln mit Schnittlauch-Sahne-Sauce. Perfektes after-race-meal. Yammy! Und vor allem viel after-race-talk mit den vielen vielen Gleichgesinnten. Eine wohlverdiente Dusche. Ja, auch trotz der Kälte hab zumindest ich etwas geschwitzt. Wenn ich so wie Dippi gelaufen wäre, wäre ich wohl erfroren ;-) Und dann auch nochmals “Box2Go” Nudeln… Diesmal etwas früher in den Schlafsack.

Tag 3: 12km Duo. Nach einem weiteren guten Frühstück in der Box2Go geht es diesmal bereits um 10:00 los. Heute ist gleich einiges mehr los: 100 Starter. Und einige von denen haben zumindest nicht die 45 km von gestern in den Beinen. Positiv gesehen bin ich also schon gut aufgewärmt und kenne teilweise die Strecke. Doch nicht alles ist gleich und vor allem es wird alles in die andere Richtung gerannt. Dann lassen wir es nochmals krachen und schauen was noch geht. Gleich wieder ein ordentliches Tempo und ich versuch meinem Teamkollegen Stefan (Tassani, ja die mit dem Laufladen!) zu folgen. Es gelingt mir nur bedingt, aber er ist ja extra für das Rennen angereist und ich muss mir wohl eingestehen dass frische Beine wohl besser sind als eine bessere Streckenkenntnis… Eigentlich warte ich nur auf den Einbruch. Denke nicht dass ich so ein Tempo die ganze Strecke laufen kann. Aber die Mitstreiter im Nacken machen mir Beine.

Leider muss ich dann aber doch einen vorbei lassen als wir uns der Halle wieder nähern. Einmal geht es noch durch den Wald und um die ganze Halle herum und ich versuch ihm auf den Fersen zu bleiben. Gute 15-20 Meter fehlen mir dann doch als wir in die Halle stürmen. 0:53:34 h. Na immerhin. 11. Platz und 7. in der M30. Leider nicht Top10; aber auch hier wieder sicherlich nicht “meine” Distanz.

Umso mehr muss ich aber gestehen dass mir diese Raserei durch den Wald wirklich Spaß gemacht hat. Eine Mordsgaudi. Eine echt lustige Strecke! Und viel mehr noch war einfach das Drumherum einfach spitze. Toll organisiert, super Leute (hat mich riesig gefreut so viele von euch wieder zu sehen!) und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. 3 tolle Tage. Danke!

3 Tage – 3 Rennen – ein Schuh und eine kurze Hose ;-)

…und nun wieder gute 7Std nach Hause. War es das wert? Definitiv!

(hier ein link zu den Ergebnissen)

Saisoneröffnung 2013

Es ist Anfang März, genau genommen der 1. März um 23:59 Uhr. Ich stehe hier mit etwa 419 Gleichgesinnten an der Hafenpromenade von Agaete und wir zählen die letzten Sekunden bis zum Start. Der Start zum TransGranCanaria 2013, der 10ten Ausgabe. Meine – und wohl auch für viele andere Läufer – Saisoneröffnung. Es ist recht früh im Jahr. Zu früh? …für 119 km und 7300 positiven und vor allem auch 7300 negativen Höhenmetern über Stock und Stein, aber wie sich noch sehr deutlich herausstellen sollte, vor allem über Stein. Hab ich sie noch alle? Ich bin heuer noch nie mehr als 2000 hm in einem Stück gelaufen und mein längster Lauf war gerade einmal 47 km. Wieso mute ich mir nun also gleich die Voll-Version des TGC zu? Auch Denis neben mir stellt sich die gleiche Frage. Ein Ryan Sandes reduzierte auf die „kurze“ Strecke (Advanced, 83km) und sollte diese dann auch eindrucksvoll gewinnen…

Aber he, so sehen wir mehr von dieser Insel! Und am Ende des Tages haben wir dann auch am Meisten zu erzählen ;-)

Und außerdem ist es jetzt eh zu spät um sich noch groß darüber Gedanken zu machen. Es geht nun wirklich los. Die Stimmung in Agaete ist grandios und der Countdown hat bereits begonnen: …cinco, cuatro, tres, dos, uno und ab die Post! Die Meute wird losgelassen.

…Denis und ich in der Meute

Es ist angenehm warm und nachdem es sofort bergauf geht ist das Aufwärmen etwa nach 2 Minuten abgeschlossen. Ab jetzt geht es einmal gute 1000 hm stetig bergauf. Anfangs noch eine Forststrasse, aber schon bald ein genialer Singletrail. Ich fühle mich gut und laufe dahin. Andere gehen schon, ich laufe noch. Fein, das gefällt mir. Ich bin im grünen Bereich und die Höhenmeter auf der Ambit zählen ordentlich nach oben. Die ersten 1000 hm hab ich dann in 1:05Std. hinter mir. Na das wäre doch nett wenn es so weiter gehen würde. Wunschgedanke. Kurz darauf passieren wir dann auch schon die erste Labestation. Flasks füllen und weiter. Asphaltstraße. Und noch bevor ich meine Flasks zugeschraubt habe lieg ich schon auf der Nase. Ja, so eine Kante im Asphalt ist doch auch viel tückischer als Würzeln oder Felsblöcke ;-) . Mein Zeugs wieder einsammeln und weiter laufen. Es sollte dies auch mein einziger Sturz sein. Peinlich.

…irgendwo eine der unzähligen Serpentinen hoch

Um mich herum sind immer wieder einige Läufer. Es wird etwas spanisch geplaudert und ich genieße die Begleitung. Keine Ahnung wie weit vorne oder hinten wir eigentlich sind, aber es macht Spaß und das Tempo ist zügig, die Luft ist herrlich. Nur die Sicht wird schön langsam schlechter. Und aus dem Nebel kommt immer mehr Regen. Artenara (km 18) ist bald erreicht (2:20hrs) und nach kurzer Stärkung und Zuspruch meiner Crew geht es dann zum ersten Mal ordentlich bergab. Der Fels ist rutschig und ich muss mich konzentrieren um mich hier nicht schon am Anfang aufzuarbeiten. Einige Kollegen schießen an mir vorbei als gäbe es kein Morgen. Ich lass sie ziehen. Unten im Bachbett angekommen geht es auch gleich wieder bergauf. Bei km 25 packe ich bereits meine Stecken aus um die Anstiege in Angriff zu nehmen. Habe schon lange nicht mehr so früh die z-Poles verwendet, aber heute fühlt es sich irgendwie richtig und gut an. Also rauf da. Das Wetter wird vermehrt ungemütlich. Wie war das mit Sonne und Hitze? Teilweise nun dichtester Nebel und Regen, dazu eine Briese Wind die dann immer wieder mal eher eine Sturmböe ist. Zusätzlich zur Windjacke werfe ich mir dann irgendwann auch die Regenjacke über. Auf einer Forststraße bergab gespickt mit großen Flesblöcken versuche ich an meinem Vordermann dran zu bleiben. Er ist gerade einmal 3 Meter vor mir, aber teilweise erkenne ich kaum das rote Rücklicht an seinem Rucksack und verhindere oft nur knapp, dass ich mit den Felsbrocken die da zwischen seinem Rücklicht und dem Lichtschein meiner Stirnlampe auftauchen, Fußball spiele. Irgendwie ist das Zeitgefühl verloren und ich versuche einen Schritt nach dem anderen in dieser Nebelsuppe hinzubekommen. Auf einem felsigen Pfad talauswärts ist die Sicht dann endlich wieder besser; man sieht nur den Pfad trotzdem nicht wirklich, weil das nasse Gras und Gebüsch herein hängt. Auf einmal Vogelgezwitscher! Und dann auch die ersten Konturen die die traumhafte Landschaft erahnen lassen. Morgengrauen. Super schön, einfach genial. Das sind die Momente für die sich die Mühe lohnt. Ich atme die Morgenluft ein und genieße den Augenblick.

Etwas später spuckt uns der Pfad auf eine Asphaltstraße wieder aus und wir laufen Richtung Kilometermarke 55. Ein kleines Zelt. Etwas agua auffüllen. Cola. Erdnüsse und weiter. Die Stirnlampe ist nun nicht mehr nötig und ich trabe gutgelaunt eine Forststraße bergab. Auf einmal Ziegen. Viele. Aber keine Streckenmarkierung? Verdammt. Verlaufen. Wieder retour. Vielleicht 5 min Umweg, aber es ärgert mich. Hab einfach die Abzweigung verschlafen. Eigentlich fast unmöglich, denn die Streckenmarkierungen sind echt top! Dann wieder felsige Pfade die uns von einem Staudamm (Prisa de Las Ninas) zum anderen (Presa de Chira) bringen. Es sind nun um mich rum 3 Mitstreiter und wir wechseln uns immer wieder einmal ab. Einer knickt direkt vor mir um, scheint dann aber nicht so schlimm zu sein wie es aussah. Ein anderer fragt beim Roten Kreuz kurz nach, holt uns aber bald wieder ein. Mehr oder weniger gemeinsam erreichen wir die letzte Labestation bei km 63.5 bevor es den großen Anstieg rauf nach Garanon geht. Hier nochmals Energie tanken. Nüsse, Cola, Orangen. Ein Bussi von meiner Crew, die keine Mühen scheute sogar hier an diesem verlassenen Ort aufzutauchen um mich zu unterstützen. Danke! Merci! Muchas gracias!

Und jetzt ab nach oben. Ordentlich nach oben. Der Regen wird wieder stärker, aber vor allem der Wind. Kapuze drüber und Zip bis rauf zur Nase. Geniale felsgepflasterte Wege führen uns immer höher, die teils aber aufgrund des anhaltenden Regens nun einfach ein Bachbett sind.

photo by PressCanarias.com

Der Wind nagt an den Beinen. Und macht mir auch Beine. Ich muss in Bewegung bleiben, damit mir nicht zu kalt wird. Auf einem Grad angekommen, bläst mich der Wind fast davon. Arge Windböen. Ich beeile mich um von diesem Grad runter zu kommen. Hier stehen zu bleiben ist nicht drin, obwohl es gerade eine geniale Stimmung hat!

Irgendwann als es grad flacher ist, ich aber aufgrund des Felsblockgehüpfes eher gehend mich fortbewege, überholt mich einer in weißer Salomonkluft. Wo kommt der her? Und so sauber? Sind das die Läufer vom 83km – Advanced? Dann kann es nicht mehr weit sein bis Garanon. In der Tat. Ich laufe durch die Hütten in denen Philipp a.k.a. Zauberlehrling und Julia a.k.a. Trailschnittchen schon gastieren durften und stehe sogleich auch in der Labestation Garanon bei km 79. Bevor ich etwas zu trinken bekomme, erst mal der komplette Materialcheck. Alles wird überprüft! Find ich super, und die 3 min nutze ich um etwas zu verschnaufen. Dann Trinken auffüllen, 1 Kaffee und Orangen. Die Chickensoup verneine ich. Eine Bouillon hätte mir aber sicherlich gut getan. Die nasse und vor allem windige Nacht hat mich doch etwas in Mitleidenschaft gezogen. Anyway, draußen deutet mir Renata den Weg – ja, Frau Olmo höchst persönlich! Silke wartet in dem dafür vorgesehenen Betreuer-Zelt auf mich. Dick verpackt in Daunen- und Regenjacke. Ihr ist vermutlich viel kälter als mir. Ich beweg mich ja die ganze Zeit. Schnell wechsle ich meine durchnässten Shirts und fülle meinen Gelvorrat auf. Alle 45-60 min wird davon genascht! Marco Olmo, der die 83 km Advanced-Strecke läuft, verlässt 30 sec vor mir die Station und ich schaffe es noch 30 sec ihm zu folgen. Schon eine extrem coole Sache, dass der alte Mann (64!) oder besser gesagt diese Legende sich hier die Ehre gibt und schlussendlich einen beachtlichen 11. Platz erläuft. Chapeau!!! Und auch eine coole Sache, dass die Rennen so getimed sind, dass man auch etwas von den anderen Bewerben live mitbekommt. Gefällt mir.

Es geht nun auf erstaunlich „smoothen“ trails bergab, diese sind zwar gatschig, aber bei weitem nicht so felsig wie fast alles was wir bis dahin gelaufen sind. Schön. Und es wird auch schön langsam wärmer. Bergab entledige ich mich meiner Regenjacke. Etas später der Windjacke. Und als dann die Sonne wieder ordentlich ihre Power zeigt ist das langärmlige Shirt dann auch definitiv zu viel. Marco hatte in Garanon schon nur ein Shirt an. Ja, so hätte ich mir einiges an Zwischenstops erspart…

In Teror ist es schon erbarmungslos heiß (für die Einheimischen wahrscheinlich immer noch winterlich, deren Stiefel nach zu urteilen) und selbst das ärmellose Shirt kommt mir zu viel vor. Agua und etwas kaltes Cola, und weiter. Silke motiviert mich nochmals und meint es ist nun wirklich nicht mehr weit. Genau. Fast sind die 100 km ja schon geschafft. Und es geht fast nur mehr bergab. Fast. Auweia ;-)

Dieser letze bessere ½-Marathon hat es noch in sich und sollte noch 3 ¼ Stunden in Anspruch nehmen. Zuerst einmal brav leicht bergauf. Entlang einer Bewässerungsrinne und bergab. Der erste Blick nach Las Palmas zum Auditorio. Das Ziel. Schaut ja gar nicht mehr so weit aus. Hehe. Denkste! Immer mehr Läufer vom Marathon und ½-Marathon („Starter“) sind auf der Strecke. Und vereinzelt Läufer vom Advanced. Einen Leidensgenossen vom 119er überhole ich auf einer Bergab-Passage. Er leidet anscheinend bereits noch etwas mehr als ich. Es ist nicht mehr weit rede ich mir ein und deute ihm er solle mitlaufen. Es ist schwer die Übersicht zu behalten wer zu welchem Lauf gehört, aber eigentlich ist es mir in dem Moment egal, ich will nur mehr ankommen. Es ist genug für heute. Meine Beine haben genug. Und meine Füße erst recht. Die wasserreiche Nacht hat beiden Ballen etwas zugesetzt und nun bedanken sie sich bei mir mit jeweils etwa 5 x 2 cm großen Blasen. Das tut gut. Vor allem wenn es jetzt bei brütender Sonne ein trockenes Bachbett hinaus geht. Ja, geht. Mehr ist im Moment nicht drin. Die Beine könnte ich wohl noch zum Laufen überreden, aber die Blasen an den Füßen verneinen. Noch ein steiler Anstieg. Ein 83km-Läufer trippelt neben mir hoch. Ich schiebe mit den Stecken. Oben angekommen sehen wir dann wieder den Strand. Unser aller Ziel zum greifen nahe. Noch 3 km. Ich laufe wieder. Der Zielmagnet beginnt zu wirken. Und gehe wieder. Eine finale Asphaltstraße. Bergab. Zähne zusammen beißen und los. Ich hänge den 83km-Läufer ab. Einmal noch um einen Hügel herum. Ich muss wieder gehen. Dann klopft mir der Kollege auf die Schulter und deutet dass wir das jetzt im Laufschritt fertig machen.

Danke fürs Mitziehen! Muchas gracias!
photo by PressCanarias.com

Ich laufe. Ein finales Hindernis: eine Leitplanke. Geschafft. Und durch die Menschenmasse dem Ziel entgegen. Unbeschreiblich. Schmerzfrei geht es den roten Teppich rauf über die Ziellinie. 16:35:11. Fertig. Danke. Genug für heute!

 

endlich!

Finisher-Weste holen, Chip abgeben und Silke im Getümmel suchen. Einen Sitzplatz ergattern und hinsetzen. Tut das gut ;-)

Nach halbstündigen Einbruch schleppe ich mich zum Mietauto und bis zur Dämmerung feuern wir noch Läufer an. Dann geht es zurück ins Hotel, wo wir dann beide beim Abendessen fast in die Teller fallen, vor lauter Müdigkeit. Hut ab für die die jetzt noch unterwegs sind. Ist Denis schon da? Daumen drücken. Ich muss ins Bett. Augen zu.

Um 5:00 bin ich wieder wach. Zu KO um zu schlafen. Irgendwie ein komisches Gefühl. Ich gehe die Ergebnislisten durch und bin froh zu sehen, dass Denis es auch noch gut in einem Tag geschafft hat. Und ich, ich sollte es schlußendlich auf Platz 14 geschafft haben. Fast durchgehend bin ich auf dieser Position gelaufen. 14. War ich nach 18 km; bei 55 und auch in Garanon bei km 79. Und im Ziel dann auch wieder 14. Coole Sache ;-)

Bin überglücklich so früh im Jahr sowas abliefern zu können. Ein gelungener Einstand. Ein riesen Dankeschön an meine Crew! Ja da ist ein candle-light dinner wohl wirklich zu wenig! Und ein großes Dankeschön an all meine Unterstützer und Sponsoren! Danke Salomon, Danke Suunto, Danke GU, Danke Innovit und Danke AlpenHeat. Dank eurer Hilfe ging die Saison 2013 schon einmal ganz gut los und ich freu mich schon auf das nächste Abenteuer, die nächsten Trailmeter und –höhenmeter!

So long und bis dann!

BTW: Unser Rückflug hatte weit mehr Verspätung als ich für den Lauf benötigte: 21 Std! Naja, ein Tag Zwangspause und immerhin durften wir unseren Frust mit dem Allgäuer und seiner Family teilen. Danke!

Easing into 2013

…oder so in der Art ;-)

am Samstag, den 02.03. um 00:00 geht es los. Das erste Rennen der Saison. Das erste Rennen für mein neues Team: Transgrancanaria, d.h. 119 km und 7300 positive Höhenmeter. …ich freu mich riesig!

…und frag mich ab und zu ob ich für so eine Distanz so früh im Jahr schon bereit bin. Das noch dazu bei Temperaturen die irgendwo zwischen 25 und 35°C höher sind als bei uns hier gerade. Und statt dem weißen festen Wasser unter den Füßen dieses schwarze Vulkanzeugs.

getting used to that stuff …Okt. 2012 auf der Nachbarinsel

Was solls, wie auch immer und anyway. Jetzt mal eine Woche acclimatization; also Sonne, Strand und Trails (ok, etwas Meer darfs auch sein!) und dann einfach loslaufen…

…Rhythmus finden, Landschaft genießen, eine gute Zeit haben und genug trinken. Easing into…

so long!

 

UTMB, Elite and some Sense – 2013

…so wie so viele andere hatte ich heuer kein Glück bei der Auslosung des UTMB. Krissy Moehl nicht, Mike Foote nicht, Sebastien Chaigneau nicht, Kilian Jornet nicht, Rudi Döhnert nicht, u.v.a. mehr.  Kann man nichts machen. So sind die Regeln. Alternativen!?

Da gibt’s ja mittlerweile mehr als genug. Und mir wurde auch gleich eine ganze Menge vorgeschlagen. Danke an Alle! Am Liebsten würde ich natürlich alles machen, aber Geld, Zeit und meine 2 Beine erlauben das einfach nicht. Ein Angebot kam dann aber doch überraschend und schnell: Denis hat mich gefragt ob wir den TAR gemeinsam angehen wollen. Ich war gleich Feuer und Flamme und hab sofort zugesagt. Auch wenn es viele andere Alternativen gibt, so hoff ich doch mich auf das Richtige eingelassen zu haben. Aber wer weiss schon was uns da wirklich erwarten wird!? Ich bin noch nie zwei Tage hintereinander im Renntempo gelaufen (nur 35Std. durch). Anyway, ich freu mich auf den TAR, auf die Gegend und auf geniale Trails zusammen mit meinem Partner! Really lookin‘ forward to! Wir werden es krachen lassen ;-)

Noch was Erfreuliches: letztes (und vorletztes) Jahr war ich anscheinend zur richtigen Zeit am richtigen Ort richtig fit. Laut einem Ranking der ISF (International Skyrunning Federation) gehör ich nun zur Ultra-Elite! Wow. Coole Sache. Oder einfach Glück gehabt ;-) Definitiv eine Selektion die fraglich ist und sicherlich viele Namen und Leistungen nicht „abdeckt“. Was mich aber doch freut ist, dass der Grazer es da in die Liste geschafft hat, zusammen mit vielen die Weltspitze sind. Aber was ist eigentlich Elite?!  Einige Gedanken dazu von Geoff Roes auf irunfar.com. Viele der Namen auf der Liste werden tatkräftig von ihren Sponsoren unterstützt um ihre Leistung zu bringen. Ein klein Wenig durfte ich 2012 auch schon davon profitieren. Muchas Gracias nochmals an dieser Stelle!

Für 2013 gibt es auch da sehr erfreulichen Zuwachs!

Ich starte heuer für das Salomon Team Deutschland. Sehr coole Sache! Und sehr gutes Zeugs, wie man unschwer an meinem Equipment des letzten Jahres eh schon sehen konnte! Freu mich riesig. Ein herzliches Dankeschön für das Vertrauen dass da in mich gesetzt wird. Ich hoffe natürlich den Erwartungen entsprechen zu können. Obwohl, eigentlich soll sich nicht die Hölle ändern. Ich will weiterhin viel laufen, viel auf Trails laufen (versteht sich!), Gesund bleiben und meinen Spaß haben. Das Allerwichtigste! Und das natürlich ohne Family, Freunde und  den Job zu vernachlässigen. Gar nicht so einfach. Und wenn mir das gelingt, dann sollte der Rest auch passen und es wird vielleicht wieder das eine oder andere gute Resultat dabei herausschauen. Das ist der Plan ;-)

Aja, apropos Plan: Ende nächstes Monat geht es nun mal nach Gran Canaria um meinen ersten Ultra des Jahres 2013 anzugehen: TGC. Definitiv früh im Jahr. Zu früh? Anyway, freu mich auf die Sonne, geniale Trails und sicherlich hoch motivierte Leute. Meine Erwartungen: Einrollen ;-)

So long & cheers!

2012 “recap”

…2012

…ok, eine off-season gibts beim trailrunning ja eh nicht, das Jahr ist noch nicht wirklich um und die Laufschuhe noch lange nicht in den Winterschlaf verbannt (und das wird auch nicht passieren), aber zumindest die Saison neigt sich dem Ende zu (Ausnahmen bestätigen die Regel). Eine erfolgreiche und sehr positive Saison für mich! Somit ein kleines Resümee nachdem es Zeit wird sich Gedanken für 2013 zu machen.

i) ich konnte viele tolle neue Gegenden und Trails erkunden und altbekannte erneut erlaufen

ii) und dabei altbekannte Gesichter wieder sehen und viele neue kennen und schätzen lernen

iii) und das ganze ohne irgendeine Verletzung (blaue Zehennägel, Blasen und Kratzer zählen nicht)!

was will man mehr!

…laut meinen Aufzeichnungen hab ich es bis jetzt (30.11.2012) auf 153800 positive Höhenmeter und etwas mehr als 3750 km gebracht. Nicht die Hölle viel, aber für einen Hobbyläufer oder besser gesagt für jemanden der hauptberuflich im Bürosessel sitzt schon ok und zumindest schon jetzt mein laufintensivstes Jahr bis dato (dafür ist heuer das Klettern etwas vernachlässigt worden, aber das ist eine andere Geschichte). 7 Paar Laufschuhe wurden vernichtet und 5 weitere sind am Weg dahin. Auch der eine oder andere Kilo GU Gel wurde in dieser Zeit verdrückt ;-)

ich durfte an 5 Ultras teilnehmen und davon 4 durchaus erfolgreich beenden. wäre da nicht der Rennabbruch des Irontrail gewesen, würde die Statistik vielleicht noch besser aussehen…

zum Warm-up ging es mit dem trail magazin an den Gardasee und ich durfte mit Julia (aka Trailschnittchen), Stefan (aka Gripmaster) und Denis (Mr. Trailmagazin) und einem wilden Haufen (Anita & Andreas, Heide & Torsten, Susanne & Torsten, Sebastian, Gege, Onkel Jörgi, Rupi, Rainer, u.v.a.m.) die Trails am Lago genießen. War genial. Der eigentliche Saisonstart war heuer der Zugspitz Ultra inklusive der halben Lago-Truppe und mit dem 3. Platz schon nahe perfekt (auch wenn es für mich ein sehr anstrengendes und mental forderndes Rennen war). Dann die Pleite beim Irontrail. Naja. Immerhin war ich an 4. Position beim Rennabbruch und körperlich noch voll fit (aber wir haben auch nur etwas mehr als ein 1/4 der ursprünglich geplanten Strecke absolviert). Somit konnte ich erholt den Chiemgauer 100 Meilen in Angriff nehmen und meinen Platz vom Vorjahr wiederholen! 1. Platz gemeinsam mit Lars! Super Tag (ok, und 14 Minuten)! Ich hoffe ich darf noch viele dieser 100 Meilen erleben. Leider aber wieder nicht im Mont Blanc Gebiet Ende August. Dort hatte Mutter Natur mal wieder dem UTMB einen Stempel aufgedrückt und mir wurde klar wie wichtig mir die Gegend bei solchen Läufen ist bzw. wie sie mir abgeht wenn ich nichts davon mitbekomme. Trotz einiger vorallem mentaler Löcher reichte es dann noch um unter die ersten 100 zu laufen (99.). Dann ein Abstecher zu einem kleinen Nicht-Ultra beim Schneeberg trail (“nur” 35km): hat riesen Spaß gemacht und die Trails waren toll. …ein 6. Platz; aber ich muss noch an meinem Speed arbeiten. Als ungeplanten Saisonabschluss durfte ich dann noch den Teneriffe Ultra bestreiten. Definitiv andere Trails als hier in den Alpen, und gerade deshalb eine tolle Erfahrung. Der 5. Platz geht auch voll Ordnung.
Ja das war es heuer auch “schon” ;-)

An dieser Stelle muss ein riesen Dankeschön an mein Umfeld raus: DANKE an ALLE die mich unterstützen und die mich motivieren. Ich hoff ich konnte auch die eine oder den anderen motivieren mal eine Runde auf nem Trail zu drehen!?

DANKE Silke. Danke Crew. Danke auch an all die anderen Begleiter entlang der Strecke und an die die von zuhause aus die Daumen drücken. Danke an Georg, Alpenheat und GU für Euren Support. 2012 war echt GUt!!!

…und jetzt einfach etwas zurückdrehen, den Umfang reduzieren und dafür wieder etwas mehr für Oberkörper und Rumpf (ja genau Klettern; aber kein Yoga!) machen. Und die eine oder andere schnelle Einheit einstreuen. Mein Background ist ja nicht der Marathon oder Kürzeres/Schnelleres und somit fehlt mir da doch der Grundspeed. Mal schauen was sich da machen lässt. Aber ich weiss jetzt schon dass ich lieber einen steilen Felsgrad raufkrabble als eine Asphaltrunde auf Zeit zu drehen…

…na dann Gesund bleiben, den Winter gut überstehen und sich Gedanken machen was in der Saison 2013 am Plan stehen wird. Eine vorläufige Liste der geplanten Rennen werde ich alsbald anhängen…

...snow run January 2012. looking forward to it

…snow run January 2012. looking forward to it!

Traildust in Tenerife

…als Meerurlaub getarnt ging es Ende Oktober ab nach Teneriffa. Noch etwas den Sommer hinauszögern und die tolle Landschaft genießen. Sagenhafte Trails und tolle Wellen. Ganz spontan auch am Teneriffa Ultratrail (93km) von Süd nach Nord quer über die Insel teilgenommen und den 5. Platz erlaufen. Nice!

Die Trails sowie die Insel ganz generell kann man nur empfehlen.

...traildust sammeln und Aussicht genießen. Blick zum Teide (3718m)

The 10th french-only edition of the UTMB 2012

Nach einigen schönen Tagen in und um Chamonix und etwas Wandern bzw. Laufen ist es endlich soweit. Es ist Freitagmittag einige Stunden vor dem Start des UTMB; der Champions League der Ultratrail Läufer. Eine SMS des Veranstalters: „UTMB : Start gegen 19:00Uhr. Zu schlechte Wetterbedingungen bei den grossen Pässen. Neue Strecke von 110 km. Nur durch Frankreich. Siehe ultratrailmb.com“. Ok, was, wieso!?

Winterliche Bedingungen aufgrund einer Kaltfront zwingen die Organisation den diesjährigen UTMB am Tag des Starts zu kürzen und eine drastische Streckenänderung vorzunehmen. „Nur“ mehr 103km und etwas weniger als 6000 positive Höhenmeter (5862 um genau zu sein) und das Ganze ausschließlich in Frankreich. iRunFar und Bryon Powell sei Dank dass wir schon etwas früher „gewarnt“ wurden und auch das neue Streckenprofil war bald online:

Streckenprofil der Alternativ-Route

Tja, was soll ich sagen. Ich hab mir etwas anderes erwartet und hab mich auf was anderes vorbereitet. Soll jetzt nicht überheblich klingen, aber 100 km oder 100 Meilen ist schon etwas ganz anderes. Ich hab mich so auf die Kulisse des Mont Blanc von all seinen Seiten gefreut und nun verlassen wir Frankreich nicht einmal. Schon ein ordentlicher Dämpfer, aber es ist klar dass hier die Natur das letzte Wort hat und ich muss mich damit abfinden. Ja eigentlich bin ich sogar froh dass es überhaupt einen Lauf gibt. Und gleich an dieser Stelle ein riesen Lob der Organisation! Das ist wirklich eine Meisterleistung so einen Plan C oder D durchzuziehen! Aber gut, das heißt das originale Streckenprofil mit meinen Durchlaufzeiten aus dem Jahr 2009 kann ich gleich wieder auspacken; dafür kommt eine zusätzliche 4.(!) Schicht in den Rucksack. Ein neues Streckenprofil kann ich auf die Schnelle nicht ausdrucken oder abzeichnen und ich versuche mir das Neue irgendwie einzuprägen (was mir natürlich nur zum Teil gelingt) und irgendwie bin ich jetzt dann schon froh wenn es endlich um 19:00 losgeht.

Zuvor aber noch hektische Entscheidungen wie das nun mit dem Support funktionieren soll; denn Läufersäcke bzw. drop bags wird es keine geben. Les Contamines soll 2-mal passiert werden und bietet sich somit als ideale Station an; vor allem beim 2. Mal haben wir da etwa 55 km in den Beinen und somit etwa Halbzeit; und vermutlich sind wir da bereits bei dem angesagten Wetter ordentlich nass und hoffentlich nicht zu eingefroren nachdem wir hoch nach La Balme sind wo es höchstwahrscheinlich schneien wird. Problem: die Straßen nach St. Gervais und weiter nach Les Contamines werden für den Verkehr bei Rennbeginn gesperrt. Also, die Crew (meine Freundin, meine Eltern und Freunde aus Amerika) wird geteilt. Der eine Teil nach St. Gervais mit dem Bus (Ticket haben wir ja vorab schon besorgt) um mich dort zu unterstützen. Der andere Teil (Silke und noch die Frauen von Rudi und Torsten) versuchen mit dem Auto Les Contamines zu erreichen. Sie starten eine Stunde vor dem Start, um die Straßensperre hoffentlich noch zu umgehen. Noch schnell Taschen und Material verstauen und um 18:00 finde ich endlich Zeit mich selbst vorzubereiten und mich fertig zu machen. Schnell rein in die Montur und den Rucksack übergeworfen. Und ab zum Start. Da bin ich klarerweise nicht der Erste und versuche mich zumindest über die Absperrungen zu bringen. Geschafft. Noch eine gute ½ Stunde bis zum Start. Und es wird eng. Verdammt eng. Immer mehr Läufer drängen herein und ich muss mich gegen die Meute stemmen um nicht umzufallen. Meine Hände bekomm ich nicht in die Höhe und mein Handy bleibt in der Hosentasche, denn das nun in den Rucksack zu bekommen ist unmöglich. Die Zeit vergeht überhaupt nicht und statt die Bilder der letzten Jahre die auf einer großen Leinwand ablaufen genießen zu können, versuche ich im Gedränge nicht unter zu gehen. Nicht lustig.

Endlich 19:05 (wir haben noch die Ankunft des Ersten des CCCs abgewartet; Wahnsinn, in weniger als 9 Stunden hat der die Strecke geschafft. Chapeau!). Und endlich geht es los! Ich hab wieder etwas Luft und brauch mich nicht mehr gegen jemanden stemmen. Ich laufe los, gehe, laufe wieder 2 Schritte und gehe wieder 20. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit laufen wir wirklich. Aber beim UTMB ein ganz normales Prozedere ;-)

Ich versuche Meter zu machen. Ich laufe schnell. Für meine Verhältnisse sehr (zu?) schnell, aber es sind ja „nur“ 100 km. Und ich bin ja nicht der Einzige. Das Tempo ist so als würde das Ziel bereits in Les Houches sein. Hilft nichts, es reißt mich mit und bald sind wir auch dort schon angekommen. Keine Zeit auf die Uhr zu schauen und die Labestation wird auch links liegen gelassen. Bryon Powell läuft mir auf der Brücke vor les Houches über den Weg und gleich darauf erkenne ich Krissy Moehl vor mir. Am Parkplatz in Les Houches bevor es den ersten Anstieg rauf geht feuert Kilian Jornet höchstpersönlich an und dadurch motiviert laufe ich die Stiege in vollem Speed hoch. Weiß gar nicht mehr wann es wirklich genau zu regnen begonnen hat, aber rauf zum Col de Voza bzw. Le Delevret wird es schon dunkel und die Kleidung ist ordentlich nass.

rauf Richtung Col de Voza
by Maindru Photo

Auf halber Strecke überhole ich gehenderweise Jez Bragg. Nachdem ich so schnell nun auch wieder nicht unterwegs bin vermute ich dass da was nicht ganz passt bei ihm. Oben setzte ich meine Nao auf und werfe mir die Windjacke über. Runter geht’s über die Skipiste. Was für ein downhill. Schön rutschig und steil, aber der Grip des Hyper-Tracks ist für einen halben Straßenschuh besser als gedacht. Trotzdem verlangen die Bedingungen volle Konzentration, sodass die Zeit bis nach St. Gervais wie im Fluge vergeht. In 2:10 bin ich dort.

nach St. Gervais rein; immer eine wahnsinns Atmosphäre
by Maindru Photo

Schnell Wasser auffüllen und meinem Dad die Gels aus dem Rucksack gerissen. Sorry. Ein Schluck Suppe und es geht weiter, ab nach Les Contamines. Hat es der andere Teil meiner Crew wohl schon dort hin geschafft? Das Tempo bleibt hoch und ich komm gar nicht auf die Idee runter zu schalten. Kurz vor der Labestation erkenne ich unser Auto. Super, meine Crew ist da. Rein, Tee, Suppe. Topher Gaylord erkenne ich. Was? Der noch da!? Silke sehe ich auch am Ende der Station; aber es ist sehr eng und hektisch hier drin. Beim Suppe schlürfen blicke ich über den Tellerrand und schau Rudi (Döhnert, Gewinner des Chiemgau 100 km) in die Augen. Hey! Du auch da! Coole Sache. Wir sind gleichzeitig in Les Contamines angekommen ohne dass wir zuvor uns jemals bemerkt haben. Unsere Betreuer dachten aufgrund der SMS dass wir gemeinsam laufen würden ;-)

Noch schnell Silke gesucht und einige Gels gefasst und ein Motivationsbussi abgeholt. Schon geht es wieder raus in die dunkle Nacht und gegen La Balme. 2, 3 Worte noch mit Rudi gewechselt und dann lass ich ihn ziehen. Schon arg wie viel langsamer ich die 100 Meilen angehen würde; aber hier drücken alle so aufs Gas dass man auch nicht anders kann. Oder besser gesagt im Moment kann ich noch…

kurz vor den Steinplatten rauf nach La Balme
by Maindru Photo

Bei Notre Dame de la Gorge geht es über die schönen Steinplatten nach oben und ich sehe Rudi immer noch vor mir. Der Regen wird nicht weniger aber die Station kommt schon näher. Bei La Balme gibt es wieder Suppe und Tee und die mittlerweile patsch-nassen Handschuhe werden gegen ein trockenes Paar getauscht und das Buff mit der Haube. Danke an den netten Helfer der mir ganz selbstverständlich hilft meine nassen Sachen in den Rucksack zu verstauen während ich die trockenen anziehe. Merci beaucoup!

Einige Höhemeter später auf einmal bereits Schnee! Wow. Schön. Große (nasse) Flocken. So kalt ist es doch nicht, oder!? Noch 10 Höhenmeter und ich entscheide erneut stehen zu bleiben und Regenjacke sowie wasserdichte Fäustlinge über zu ziehen. Ein anderer Läufer fragt ob eh alles ok sei, und ich blicke auf seine kurze Hose und denke mir, das sollte ich wohl ihn fragen. Ich bin nun schön eingepackt und mit dem Kollegen und 2 weiteren Läufern arbeiten wir uns weiter nach oben durch den Schnee und eisig-kalte Pfützen. Die Zehen sind ziemlich kalt und meine Finger trotz der Fäustlinge etwas steif. Trotzdem fühle ich mich da oben zum ersten Mal in diesem Rennen etwas beruhigt und kann den Trail und die 2 Meter die ich herum wahrnehmen kann etwas genießen. Nach einem kurzen Umweg geht es auch schon wieder bergab. Zuerst tolles Blockwerk welches wir netterweise schon wieder unter der Schneegrenze passieren und dann lange auf einer Schotterpiste teilweise im starken Nebel wieder gegen Les Contamines. Die Zehen und Finger tauen auch wieder auf und ich schaff es endlich wieder mir ein Gel reinzudrücken. Den Plan spätestens alle 50-60 Minuten eines zu mir zu nehmen musste ich da oben im Schnee verwerfen, da ich mit meinen zugegeben sehr kälteempfindlichen Fingern nicht aus den Fäustlingen wollte. Bis dahin waren es immer schön Peanut Butter, Chocolate Outrage, Chocolate-Raspberry und wieder Peanut Butter…

Irgendwann tauchen aus dem Nebel dann auch die ersten Lichter auf und Les Contamines „Retour“ kann nicht mehr weit sein. Hier wird mir das erste Mal bewusst, dass ich eigentlich die Strecke die ich jetzt noch vor mir habe überhaupt nicht im Kopf habe und mir auch nicht mal das Profil gemerkt habe. Meine Stirnlampe meldet mit 3-maligem Blinken dass der Akku bald zu Neige geht und schaltet sich bald von selbst auf die kleinste Not-Stufe. Das Teil wird wohl bis zur Labestation noch halten, oder? Unten angekommen, lege ich mich noch schön vor den anfeuernden Zuschauern auf einer Stiege voll hin, rappel mich wieder auf und lauf zu den Wasserhähnen um meine Flaschen aufzufüllen. Dann wieder Suppe und Tee und rüber zu Silke. Kurz setze ich mich hin, das erste Mal seit dem Start. Auf einen wackeligen Betonblock, denn sonst ist nichts frei, da immer noch Läufer kommen, die erst das erste Mal Les Contamines passieren. Etwas Magnesium und dann noch schnell den Akku meiner Lampe gegen einen frischen getauscht. Noch ein Paar trockene Handschuhe eingepackt und schon geht’s wieder los. Raus aus der Labestation. Aber nach guten 100 Metern gleich wieder retour. Ich hab meine Stecken beim Wasserhahn liegen gelassen. Damn.

Nun endlich wirklich raus aus dem Ort und nach oben. Wieder Richtung Col de Voza. Scheisse. Schon am Ortsende blinkt meine Lampe wieder. Gibt’s ja nicht!? Hab den Akku gestern ganz geladen. Wenige Minuten später die 2. Warnung. Verdammt. Ok, ruhig bleiben. Das gelingt mir aber nicht wirklich, irgendwie bin ich genervt und die Hektik der Labestation und das hohe Tempo zehren an mir. Das Licht brauch ich für den downhill nach Les Houches runter; also packe ich meine 2. Lampe aus und mach mit der den Anstieg. Leider hab ich nicht im Kopf dass es dazwischen wieder eine Bergab-Passage gibt und ich stolpere mit der schwächeren Lampe nach unten. Dann geht’s aber auch schon wieder bergauf. Und BAM! Der Hammer. Einen Fuß vor den anderen, die Arme schieben an; aber es tut sich nichts. Leer. Flasche leer. Das kann noch was werden. Hab ja erst gut die Hälfte hinter mir. Hilft aber nichts. Nach oben geht’s. Und das ganz ordentlich! Viele Läufer überholen mich und jeder Versuch mich anzuhängen scheitert. Vorweg gesagt, das war der Tiefpunkt meines Rennens, körperlich aber vor allem auch mental. Aber irgendwann (eine gefühlte Ewigkeit; oder zwei) erreiche ich Bellevue. Erst zuhause als ich mir das Profil nochmals ansehe, bemerke ich den Abstieg nach la Vilette. Den hab ich bei dem wenig Licht und dem Kampf mit mir selbst gar nicht wirklich wahrgenommen. Anyway, oben bei der Labestation nach Bellevue gibt es Cola und Chips. Saugut!

Und dann der downhill. Spitzenklasse! Eine Matschrinne ist unser Weg und ich slide / schlittere Les Houches entgegen. Endlich! Ich kann es wieder genießen und habe Spaß. So soll es sein. Obwohl der schwache Akku meiner Lampe verlangt viel Konzentration. Einige Passagen sind wie Skifahren und ich denke kurz schon an den bevorstehenden Winter und die hoffentlich tollen Powder-Abfahrten ;-)

Noch etwas Asphalt und ich erreiche Les Houches zum 2. Mal; km 70; schon fast 9 ½ Stunden unterwegs. Die Crew ist wieder vereint und viele bekannte Gesichter sind da und feuern an. Dankeschön Euch Allen!

Wieder Suppe und Tee. Von einer netten aber nicht sehr hübschen Dame. Wie ich erst beim 2. Mal hinsehen erkenne, ist die Dame ein Mann mit einer blonden Perücke. Einfach toll die Begeisterung der vielen, vielen freiwilligen Helfer hier an der Strecke!

Nachdem ich doch ordentlich Nass bin entscheide ich meine Shirts zu wechseln. Ich schnappe mir schnell die Stirnlampe von Silkes Kopf und die dazu passenden Ersatzbatterien und mach mich wieder auf den Weg. Mit 2 Kartoffeln in der Hand geht es rauf Richtung Merlet. Wieder über die Brücke von heute Früh und weiter rauf über eine Asphaltstraße. Ich brauche gefühlte 300 Höhenmeter um die 2 Kartoffeln zu vertilgen, aber immer noch Asphalt und immer noch bergauf. Das zieht sich aber. Der linke Ellbogen beginnt zu schmerzen vom ewigen Stockeinsatz am harten Untergrund. Aber auch der geht vorbei und beim Tierpark oben angekommen geht es auch gleich wieder bergab. Ein schöner Trail. Und der Tag macht sich auch schon langsam bemerkbar. Mit einem schönen Sonnenaufgang ist wohl nicht zu rechnen, aber immerhin es wird heller. Unten im Tal kommen die Lichter von Chamonix näher und der Trail verläuft teilweise entlang des Petit Balcon Sud. Es macht Spaß obwohl mein laufen mühsam ist und immer wieder durch gehen ersetzt werden muss. Wieder eine Labestation und es geht entlang des Flusses der uns nach Argentière führt. Aber zuvor geht es nochmals richtig nach oben. In bester Zig-Zag Manier. Mit einigen Kontrahenten oder besser gesagt Leidensgenossen schieben wir uns nach oben. Leider kommt der erhoffte Aufschwung nicht und ich kann nicht mehr an Tempo zulegen. Meine sonst vorhandenen Bergauf-Fähigkeiten lassen mich heute brav im Stich. Dafür schießt einer an uns vorbei, dass ich nur so schaue und mir denke, was der wohl für eine Platzierung noch erreichen kann. Super eingeteilt. Oder doch nicht? Denn wenn es bei km 85 noch so dahin geht, hat der vielleicht nicht alles gegeben. Aber sei es wie es sei; bevor ich fertig gedacht habe ist der aus meinem Sichtfeld schon wieder verschwunden.

Es geht bergab nach Tre-le-Champ und gleich darauf nach Argentière rein. Dabei lege ich mich noch einmal ordentlich auf die Nase. Ein richtig schöner Bauchfleck. Meine Kollegen bleiben alle sofort stehen und vergewissern sich, dass mir nichts Schlimmeres passiert ist. Bis ins Ziel wird’s schon gehen ;-)

….nicht mehr weit!
by Maindru Photo

Es ist nun schön hell und die Stirnlampe kommt vom Kopf. Der Regen hat schon lange aufgehört und irgendwie ist die Welt wieder in Ordnung. Ich bin müde, erschöpft und ko; aber von Argentière sind es nur mehr ~9 km auf einer Strecke die ich 2007 schon gelaufen bin. Auch wenn ich ins Ziel gehen muss, das sollte nun zu machen sein.

Oder doch nicht!? Beim Cola-schlürfen in der Labestation beobachte ich wie eine Frau auf eine Trage gelegt wird und anscheinend hier so kurz vor dem Ziel ihr Rennen beenden muss. Ich versuch mir einzureden dass mir das nicht passieren wird. Im Nachhinein erfahre ich, dass hier in Argentière auch Sebastien Chaigneau wegen Erschöpfung aufgeben musste. Nicht mal mehr 10 km ins Ziel. Nur mehr bergab. Ok: auf und weiter. Ich versuch so viel wie möglich zu traben. Laufen würde ich es nicht mehr nennen ;-)

Ich erinnere mich wieder an meinen ersten Finish 2007, bei dem wir genau die gleiche Strecke gelaufen sind. Damals benötigte ich für die ganze Runde 35:02 Stunden. Nun sollte es in weit weniger als der Hälfte der Zeit „vorbei“ sein. Kurze Geh-Einheiten sind noch nötig, aber mehr und mehr laufe ich wieder und der Zielmagnet beginnt zu wirken. Auch die Anwesenheit der vielen CCC-Läufer bei denen ich vorbei laufe beflügelt etwas; obwohl bis auf Einen alle zu erschöpft sind um aufmunternde Worte von Sich zu geben.

Vor Chamonix durchqueren wir noch eine kleine Ortschaft, Le Lavancher. Ein Photograph macht Bilder. Eine spanische Mitläuferin stellt fest, dass es heuer echt verdammt anstrengend und nicht wirklich lustig ist. Das verwendete Wort war „horrible“ ;-)

Und obwohl ich ihr zustimme, bin ich froh hier zu sein!

…gleich ist es geschafft!

Nun erkenne ich auch schon die Tennisplätze am Ortseingang von Chamonix. Eine Läuferin vor mir. Die kann ich noch packen. Es ist Nerea Martínez vom Team Salomon. Und bei der 1 km Marke überhole ich noch einen Leidensgenossen. Die letzten Meter ins Ziel sind wie immer unbeschreiblich und alle Schmerzen und die Müdigkeit für kurze Zeit vergessen. Die Zielgerade. Arme in die Höhe und drüber über die Ziellinie. Geschafft! 14: 56:57 Stunden und doch noch Platz 99!

Die letzen Meter!

2 Meter dahinter setze ich mich auf ein Podest und atme erstmals tief durch. Ja, geschafft ;-)

Es waren zwar „nur“ 103 km und ~6000 Höhenmeter, aber ich bin echt froh es durchgezogen zu haben. Auch wenn ich von mir selbst mehr erwartet habe. Aber ein Lächeln fürs Foto geht sich schon wieder aus. Schön und schön anstrengend war es!

Dirty!

Tired!

and Happy!

 

 

 

 

 

 

 

Nein, eigentlich nicht wirklich schön; nicht so schön wie ich es schon erleben durfte; aber definitiv anstrengend. Es war dies nicht der Lauf auf den ich hin trainiert habe und 100 km sind was ganz Anderes als 100 Meilen. Dachte nicht dass mir die Umstellung so schwer fallen würde. Aber ich denke ein Mitgrund für mein mentales Loch und den fehlenden „Drive“ ist ganz sicherlich die Tatsache, dass bei so einer Streckenänderung einfach die Zwischenziele zu Nichte gemacht werden und dies zu einem Problem wird. Und die Kraft die mir der Sonnenaufgang Richtung Courmayeur und der Sonnenuntergang nach Bovine, und das Schimmern der Gletscher im Vollmond in früheren Jahren gegeben hat, war heuer nicht da. Schade. Ich wollte mehr. Aber ich hatte eigentlich bis auf das Ziel in Chamonix selbst kein Ziel und keinen Anhaltspunkt als ich an den Start dieser Alternativroute ging. Und das ist für so ein Rennen einfach zu wenig. Also, wie bei jedem Ultra wieder was gelernt ;-)

Und ich bin auch nicht unzufrieden mit der Platzierung. Bei so einem Starterfeld unter die ersten 100 bzw. 5% zu laufen ist immer noch ok. Und vor allem sollte nicht vergessen werden, wie dankbar wir sein dürfen, dass es unter diesen Bedingungen überhaupt einen Lauf gegeben hat und die Organisation es uns ermöglicht hat in dieser traumhaften, wenn auch ab und zu erbarmungslosen Gegend bzw. Natur zu laufen. Danke!

DANKE!

An meine Crew, die bei diesen Verhältnissen und Bedingungen auch mehr als gefordert wurden!

An all meinen Mitstreitern mit denen ich Teile der Strecke gemeinsam erleben durfte und an alle Begleiter die ich kennen lernen durfte!

Und natürlich ein riesen Dankeschön an all die vielen, um die 2-tausend freiwilligen Helfer die so einen Event überhaupt erst ermöglichen. Ihr seid super!

Und UTMB: ich komme wieder! Alle guten Dinge sind 3. Und das heißt ja hoffentlich, dass uns nach 3 Jahren „bescheidenem“ Wetter nun endlich mal wieder für 2013 ein sonniger Event bevor steht, oder!

So schön warm, heiß und weiß war es am Sonntag bei der Siegerehrung!

 

UTMB 2012 10th anniversary

…just a week and a little left to toe the starting line of the 10th anniversary of the TNF UTMB (The North Face Ultra Trail du Mont Blanc) in Chamonix!

the start will be on Friday, 31st of August @ 18:30. …some 2300 runners will try to run 167.7 km with a positive elevation change of 9618 m thereby running through parts of France, Italy and Switzerland all around Mont Blanc.

…can hardly wait!

I’ll do my very best and hope the conditions will allow us to race and enjoy this beautiful mountain range.

here is a little video to get ready for…