for the sake of completeness

Etwas sehr spät aber for the sake of completeness dann doch noch: was war 2013 so alles los und was steht für 2014 so am Programm!?

Der Reihe nach: 2013, a Rollercoaster ;-)

…ein auf und ab; ein Tief und Hoch; und Hoch und auf; und so.

Wenn man abergläubisch wäre, würde man es auf die Zahl 13 des Jahres zurück führen; aber ich kann nur sagen, es war meine erste Saison in der ich wirklich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Nach einem nahezu perfekten Start beim Transgrancanaria (siehe Bericht) kam nach dem Wild Forest (eine tolle Idee) mein “Absturz” beim Transvulcania. Voll motiviert und fit und von der Euphorie dieses Rennens getragen, zerstörte ich mich ganz ordentlich (siehe Bericht). Auch wenn es blöd klingen mag, aber ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Und bekanntlich lernt man ja viel mehr von seinen Misserfolgen als von seinen Erfolgen. Darauf folgte dann mein DNF (did not finish) beim ZUT. Bis km 50 war es ein echter Spaß (siehe Bericht), aber bei km 55 hab ich die Notbremse gezogen um bald darauf bei den 4Trails starten zu können. Ein bisschen hab ich ja gelernt. Man muss nicht um jeden Preis finishen. 4Trails: mein erstes „Stage“-Race. OK, mir fehlt etwas der Top-Speed der Läufer ganz vorne, aber die Veranstaltung war super und einfach die Tatsache mit Gleichgesinnten mehrere Tage durch die Berge zu laufen war einfach schön. Definitiv ein Hoch (siehe Bericht). Aber gleich darauf wieder ein Tief: Chiemgauer 100 Meilen. Mein Rennen. Aber wenn man zu viel will und schon verkrampft ins Rennen geht, ist das nicht gut. DNF nach „nicht einmal“ 100 km. Magenprobleme (siehe Bericht). Einerseits machtlos bei sowas; andererseits schon mit der Erwartung an sich selbst „beeinflussbar“. Aber zum 10-jährigen Jubiläum versuche ich es besser anzugehen. Glücklicherweise hatte ich danach eine „Auszeit“ und bin einfach nur zum Spaß mit Freunden im schönen Südfrankreich herumgerannt und geklettert. Kann ich nur jedem empfehlen (siehe Bericht). Ende August dann ab zum Transalpine Run (TAR). Team-Stage-Race! 8 Tage quer über die Alpen. Grandiose Gegend und Trails, ein genialer Partner und nun auch Freund (Danke Dir Denis!!!) und wieder die tolle Atmosphäre mit so vielen Leidensgenossen (ich find den Ausdruck blöd; es sind doch (Grenz-)Erfahrungs-, Eindrücke- und Momente-Sammler die ab- und zu schon mal leiden, aber doch die meiste Zeit ein breites Grinsen im Gesicht haben) zu teilen. …jeder der die Ausgabe Nov/Dez (6/2013) des Trail Magazins darüber gelesen hat, kann sich ein bisschen ein Bild davon machen. Ein bisschen. Ein Hoch! Die Woche darauf dann noch ein wirklich technischer und wunderschöner Trail: Sardona Ultra. Was soll ich sagen, ein weiteres Hoch nach dem TAR trotz einem blutigen Knie und Steine darin die ich fast 14 Stunden mit mir rumgeschleppt habe. So sollen Trail Ultras sein (davon durfte ich kurz im Trail Magazin Ausgabe Nov/Dez (6/2013) berichten). Und als Draufgabe noch den Schneebergtrail (siehe Bericht). Es muss nicht immer die Ultra Distanz sein, solange die Wegerl passen…

Somit eine sehr abwechslungsreiche Saison mit guten und schlechten Plazierungen, DNFs und Verletzungen; aber primär tollen Eindrücken, neuen Freunden, Erlebnissen und Momente die ich nie wieder vergessen werde und die mir keiner mehr nehmen kann. Apropos Erlebnisse: nach dem Schneebergtrail hab ich mich mit der weltbesten Crew in Richtung Neuseeland verabschiedet und die Saison ausklingen lassen. Frei nach dem Motto „Collecting Moments NOT Goods“. Ein Abstecher in die USA hat es mir erlaubt etwas dort herum zu laufen. Zion, Big Sur, Bishop,… Sogar ein Rim2Rim2Rim (Grand Canyon double crossing) ging sich noch aus. Ok, meine Zeit war nicht mal annähernd die von Rob Krar, aber einfach nur schön (anstrengend!). Kein Kindergeburtstag, definitiv empfehlenswert.

IMG_4804Neuseeland selbst dann viel gewandert und etwas gelaufen (Teile des Tarawera Ultras, Tongario Crossing, u.v.a.m.). Aber nicht trainiert. Es war Zeit für eine Pause, etwas surfen, viel Flat White (~ Cappuccino) trinken sowie Land und Leute kennen lernen. Schön war’s! Muss man mal gesehen haben. Ein, zwei Eindrücke:

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DSC_2584 DSC_2802DSC_3025DSC_3131 DSC_3142 DSC_3309DSC_3474 DSC_3527 DSC_3811DSC_3841 DSC_3870 DSC_3921 DSC_4006 DSC_4070 DSC_4087IMG_5052 IMG_5061 IMG_5231 Aber es war viel zu schnell vorüber und wir wurden Ende des Jahres wieder im kalten, dunklen Österreich erwartet. Wieder etwas arbeiten und Geld verdienen ;-)

Das bringt mich auch „schon“ zu 2014. „Wieder beginnen“ zu trainieren. Hm? Was!? Jeder der mich etwas besser kennt weiß, dass ich eben kein Trainierer bin, sondern einfach nur gerne laufe. Aber diese Saison 2013 hat mir etwas die Scheuklappen von den Augen gerissen und aufgezeigt, dass das nicht immer reicht. Somit mein Jahresvorsatz 2014: Nach Plan trainieren. Zumindest etwas strukturierter als bis jetzt. Was das für mich im Konkreten bedeutet wird sich in den ersten Monaten heraus kristallisieren; aber eines steht fest: bisschen mehr Grundspeed kann mir nicht schaden… (vor allem nicht wenn man sich beim TAR mit keinem Geringeren als Trailflow angemeldet hat! Ich werde mein Bestes geben!). Nichtsdestotrotz liegt der Fokus 2014 vor allem darauf gesund zu bleiben und auf meinen Körper zu hören, ihm ab und zu eine Pause gönnen und auch mal Nein zu sagen. Deshalb auch leider gleich mein DNS (did not start) bei der Brocken Challenge. Sehr schade, finde die Idee der Veranstaltung einfach super und wäre da sehr gerne dabei gewesen. Ein Grundstein um motiviert zu sein und positiv an die Sache heran gehen zu können, ist einfach die Gesundheit und der Spaß am Laufen bzw. sich Bewegen. Passt das, steht einer schönen und spannenden Saison 2014 nichts im Wege. Aufgrund des begrenzten (normalen) Urlaubs heuer (verdammt, 5 Wochen sind zuwenig :-) ) beginnt die Saison für mich auch später als letztes Jahr. Schadet ja nicht: Noch den einen oder anderen Trainingskilometer und –Höhenmeter sammeln bis ich dann wieder den ZUT angehe. Freu mich schon riesig drauf!

Danke an Salomon Deutschland für ein tolles 2013 und auch für das Vertrauen 2014 es noch besser machen zu können! Danke, dass ich auch heuer wieder als Teil des Salomon Trailrunning Team Deutschland an den Start gehen darf. Danke auch vielmals an meine anderen Unterstützer: Danke Innovit, Danke Alpenheat und auch GU Energy Deutschland für die tolle Unterstützung 2013 und auch wieder 2014. Danke!!! Einfach spitze!

tomFalkensteinPic team2014Meine vorläufige Rennplanung findet sich unter Rennen und Resultate.

Hoffe ich sehe viele alte und neue Gesichter auf den Wegerl (Trails) dieser Welt alsbald mal wieder! So long und bis bald!

2013: was war da alles los! / 2014: wo geht die Reise hin?

…nach einem sehr abwechslungs- und lehrreichen 2013 kommt auch schon gleich 2014.

Rückblick 2013 und Ausblick 2014 alsbald/ASAP.

…sorry, immer noch in Arbeit :-)

nur gleich mal soviel: all meine Sponsoren sind mir auch heuer wieder erhalten geblieben und ich freue mich riesig mit dieser tollen Unterstützung 2014 in Angriff zu nehmen… DANKE EUCH!!!

Schneeberg Trail 2013

oder

in der Kürze liegt die Würze!

der Hochschneeberg (2076 m) im Nebel versteckt…

“nur” 32km und 2400 positive Höhenmeter; aber knackig! …von Puchberg auf größteneils Singletrails(!) hinauf auf den höchsten Berg Niederösterreichs, den Schneeberg geht eine tolle Strecke die heuer etwas abgeändert vom letzen Jahr verläuft. D.h. etwas mehr Höhenmeter und Meter. 3 Wochen nach dem Transalpine Run und 2 Wochen nach dem Sardona Ultra kann ich es einfach nicht lassen mir das “anzutun”…

Um 3:57 ist Tagwache und um 4:30 geht’s los zum Start. Startnummer (630) holen und etwas warmlaufen (ok, eigentlich hab ich nur meine Trinkflasche beim Auto vergessen). 7:30 Startschuss und im Vergleich zum letzen Jahr geht es etwas gemütlicher los.

…da verstecke ich mich noch irgendwo rechts hinten…

Von Anfang an kann ich fast vorne mitlaufen. Platz 8 herum. Und schön langsam kann ich mich vorarbeiten. Es ist alles recht nass/feucht und die Downhills (insgesamt dann laut Ambit doch 1260 negative Höhenmeter; nicht so wenig dafür, dass das Ziel oben am Berg ist!) sind technisch anspruchsvoll. Wurzel- und Steinpassagen verlangen Konzentration. Gerade als ich mit Florian Grasel (heuer den UTMB® nach 26:37:18 Stunden auf Position 37 beendet!) beim Runterschlittern bin, rutsche zuerst ich aus, und dann wickelt es Florian um einen Baum. Beiden ist nix passiert. Weiter. Mein Knie vom Sturz beim Sardona Ultra vor 2 Wochen ist zwar wieder aufgegangen und etwas blutig, stört aber gar nicht. Bei der 2. Labestation (von insgesamt 3) bin ich dann dritter. Cool. Aber bei dem vielen Nebel ist es schwer zu sagen wie weit die anderen hinter und vor einem sind. Ab dort dann die neue Streckenführung. Zuerst auf Forststrassen bergauf. Zach, aber aufgrund der kurzzeitig aus dem Nebel erscheinenden Sonne eine tolle Stimmung. Dann fast diretissima rauf auf den höchsten Punkt über 2000 m. Da oben ist es nebelig und kalt. Meine Finger sind recht klamm und ich habe Mühe mir mein GU reinzudrücken. Salziges Karamell. Dann auf einmal taucht einer hinter mir aus dem Nebel auf. Verdammt. Aber oben angekommen hab ich noch gute 10 Meter Vorsprung. Ich beisse nochmals die Zähne zusammen und beim Downhill runter ins Ziel bei der Schneebergbahn kann ich den 3. Platz verteidigen. Sogar ein Zielsprint mit einem der Bergläufer des “kürzeren” 10 km Laufs geht sich aus. Nach 3:36:00 geht’s über die Ziellinie. “Nur” etwas mehr als 7 Minuten hinter dem 1., Michael Kabicher. Zufrieden ;-)

die letzen Meter vor dem Ziel…

Und dann gleich ein Alkoholfreies. Sehr fein!

Handshakes und Gratulationen mit den Mitstreitern und sogar ein kurzes Fachsimpeln mit Jonathan Wyatt und seiner Frau Antonella (er wurde 4. und sie 1. beim Schneeberglauf über 10 km!!!) geht sich aus…

…natürlich gehts um Schuhe, was sonst ;-)

Dann noch mit der Crew, die heute durch meinen Dad verstärkt wurde, ein gemütliches Essen und den nun angebrauchten Tag oben am Schneeberg genießen. Um 15:00 dann die Siegerehrung:

…und gegen 18:00 sind wir dann auch wieder etwas müde back home. Ein langer Tag für einen “kurzen” Lauf; aber super schön gewesen. Geniale Trails. Wirklich! Es muss nicht immer ein Ultra sein ;-) …Ich komme wieder (u.U. gibt es nächstes Jahr auch was längeres ;-))! Danke an die Organisation und den vielen freundlichen Helfern an der Strecke (BTW: GU ist einer der Sponsoren dieses Laufs und somit waren die Labestationen perfekt für mich gedeckt! Danke!) sowie meiner Crew fürs hin- und retour begleiten…

…über dem Nebelmeer. Schön etwas Vitamin D zu tanken!

so long und happy trails!

http://www.schneeberglauf.at/trail.html

BTW: mein Bericht zum Sardona Ultra (82km und 6100 posHm!) ist in der jetzigen Nov/Dez Ausgabe (6/2013) des Trail Magazins!

Sardona Ultra: Sämi und ich, wir hatten Spass!

BTW2: auch der Bericht zum TAR (Transalpine Run) von meinem Teampartner Denis ist dort zu finden! Enjoy reading it ;-)

TAR: …Denis und ich beim alltäglichen post-race Trankerl ;-)

Café au Lait, Crêpes & Orangina

Oder
Die perfekte Kombination “alter” Leidenschaften (Klettern und Café) mit einer “neuen” (Trail laufen)

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…nach einem für mich enttäuschenden Chiemgauer 100 Meilen 2013 und einer beruflichen Zwangspause haben Silke a.k.a. die Crew und ich die Idee geboren, dem schönen Frankreich wieder mal einen Besuch abzustatten, mit dem Hintergedanken uns bekannte (und teils auch noch unbekannte) Klettergebiete anzusteuern, etwas zu kraxln und ganz nebenbei das Trailpotenzial dieser Gebiete anzutesten. Gleich vorweg: sehr zu empfehlen!!!

Na gut, meine Kletterkünste waren auch schon mal viel besser und beim Laufen läuft es gerade nicht so gut, aber gerade deswegen ist es eine Reise wert. Einfach ganz entspannt und relaxed die Gegenden entdecken und genießen, viel Kaffee und Orangina zu trinken, das eine oder andere Crêpe, pain au chocolat oder Croissant zu essen und nebenbei an der Kletter- und Laufform arbeiten. Gesagt, getan. Den Caddy mit vielen Laufschuhen und Kletterschuhen vollgestopft und los geht’s. Ok, ein kurzer Abstecher ins Ötztal, an den Lago die Garda und ins Zillertal musste noch sein (Berliner Höhenweg: wir kommen wieder und erledigen dich dann ganz!), aber dann geht es ins Land von Café au Lait und Orangina!

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Station Nummer eins: CHX, Chamonix.

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Vermutlich keine weitere Erklärung notwendig, aber einfach immer ein Besuch Wert, noch dazu wenn man dort auch noch Freunde trifft. Nach einem Shoppingtag und einem gemütlichen Lauf nach Les Houches und Retour geht es Tags darauf den Vertical K rauf Richtung Brevent.

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Beim Downhill dann die erste und für lange Zeit einzige Dusche von oben. Nice Anyway. Regen. Zeugs trocknen…

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Weiter nach La Grave über den Col de Glandon; vermutlich jedem Tour de France Fan ein Begriff, aber eben auch zum laufen so wie es aussieht sehr genial. Leider lässt uns ein Gewitter aber nicht und wir übersiedeln gleich nach La Grave – La Meije. Zum klettern war ich noch nie dort, aber im Winter wohl eines der coolsten freeride Spots die man sich vorstellen kann. Freaks en masse. Nun im Sommer eher zum wandern und Gletscher-Spazieren beliebt, aber eben auch mehr als nur einen Zwischenstopp wert zum laufen.

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Rauf über das Refuge Chancel mit einer chocolat chaude Pause um oben bei der Bergstation eine Portion frites und die verdiente Orangina zu genießen.

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Dann die 1800hm downhill statt mit Skiern per pedes. Anders, aber super schön!

Und weiter geht’s nach Ceüse (bei Gap) um dort ein paar alte Freunde zu treffen. Ceüse, eines der wohl besten Klettergebiete der Welt! Trailmäßig aber auch nicht von schlechten Eltern, sofern einem nicht der tägliche 1Std. Zustieg zum Klettergebiet nicht eh reicht. Ein Lauf rauf aufs Plateau bzw. entlang der ganzen Krone von Ceüse ist ein Muss.

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Daneben der Petite Ceüse bietet sich vor oder nach dem Klettern (je nach Sektor) an. Einmal rundherum dauert schon länger und die Calfs wären eine gute Idee. Nicht wegen der Länge der Strecke, sondern aufgrund des vielen Gebüsch durch das man sich das Beinerasieren sonst sparen kann.

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Nach 4 Tagen, zerschundenen Beinen und schon etwas wenig Haut auf den Fingern geht es weiter nach Orpierre. Auch eines der alten Klettergebiete mit nettem Dörfchen und tollem Ambiente.

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Und als Nachbartal die George de la Meouge: zum Gumpenbaden der Hammer! Aber eben auch entlang des Flusses und dem Bergkamm zwischen den zwei Tälern Trails zum abwinken.

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Aufgrund der Hitze ist die Meouge natürlich eine sehr willkommene Abkühlung, samt Gewand und Schuhe, die ja eh gleich wieder trocken sind. Am Ende des Tales der Col de Perty mit Ausblick auf den Mont Ventoux (…Tour de France) und einem wunderbar verwunschenen Wald und feinsten Pfaden. Doch ein recht monströses Wildschwein hat uns dann früher als geplant umkehren lassen.

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Nach 5 Tagen und noch weniger Haut auf den Fingern dann die Übersiedelung ans Linke Ufer der George du Verdon oder Grand Canyon de Verdon. Ein weiterer Kletterklassiker bekannt für viel Luft unterm Hintern, aber eben mittlerweile auch bei den Traileurs nicht unbekannt. Zwischen Schlucht und Militärgebiet gibt es einiges zu Laufen und der eine oder andere Weg führt sogar durch das Sperrgebiet. Am Abend nach dem Klettern machen mir beim zurück laufen allerdings nicht die Soldaten sorgen die hier irgendwo rumstehen könnten, sondern vielmehr die vielen Grabspuren der Wildschweine. Der Kontakt ist dann allerdings erst bei den Mistkübeln des Campingplatzes. Die haben wohl auch schon hunger, so wie ich :-)

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Als Rasttag geht’s dann die Linke Schluchtseite runter zum Fluss und über einen seilversicherten Steig wieder nach oben. Bei weniger Wanderer sicherlich auch eine schöne Laufrunde. Tags darauf nach La Palud an der rechten Schluchtseite nachdem unsere Kletterfreunde wieder den “Heimweg” nach Ceüse angetreten sind. Von dort bietet sich eine schöne Ründe runter zum Fluss und entlang des Flusses raus bis zum Point Sublime an. Inklusive 2 Flussbäder und der Stairway to Heaven. Awesome. Zum Abschluss noch ein langer Tunnel den wir ohne nettem Frenchman wohl im Dunklen hätten absolvieren müssen. Für den Rückweg als Stärkung ein Eis to Go.

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Ist man dann schon mal in der Verdonschlucht muss man sich doch auch den Anfang des Tales näher ansehen, oder. Also rauf ins Haute Verdon, genauer gesagt zum Col d’Allos. Dort drängt sich als “Morgenrunde” der Grat rauf auf den Grd. Cheval de Bois quasi unweigerlich an. Superschön und weniger weit als es aussieht, aber es gibt ja genügend Zusatzschleifen um den Lauf auszuweiten.

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Nun wieder Retour in den Parc National Les Ecrins, diesmal aber nicht La Grave sondern Ailefroide nicht allzu weit von Briancon. Ein Boulderdörfchen dass etwas an das Camp4 im Yosemite Valley erinnert. Und wie soll es anders sein, auch hier werden wir nicht enttäuscht: Trails vom Feinsten rauf zu den vielen Gletschern des Nationalparks. Und wie im Falle des Glacier Blanc sogar mit einem tollen Refuge mit Kaffee, Kuchen und na klar, einer Orangina :-)

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Und jetzt?! Es bleiben noch einige Tage bis zum Start des Transalpine Runs und am Heimweg bietet sich als erneuter Zwischenstopp CHX an. Um etwas UTMB Luft zu schnappen. Mal sehen ob es diesmal wieder regnet oder schneit, oder ja vielleicht doch die Sonne lacht, so wie fast immer bei diesem Trailtrip :-)

…wir haben sicherlich keine neuen FKTs aufgestellt und auch nichts Neues, Arges oder Krasses gemacht, sondern einfach das gemacht, was wir gerne machen. Draußen an der frischen Luft sein und die Natur genießen. Schöööön is es!!!

Bonne nuit!

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The wrong ingredients

oder
Warum beim Chiemgauer 100 Meilen für mich bei nicht mal 100 km Schluss war.
Chiemgauer 100 Meilen 2013
Die letzen zwei Jahre durfte ich diesen Lauf jeweils als Erster (2012 gemeinsam mit Lars!) beenden. Somit waren auch meine Erwartungen für dieses Jahr recht groß (zu?!). Heuer leider sollte es nicht für den ersten Platz reichen. Nein, nicht einmal für irgendeinen Platz. Nicht einmal beenden sollte ich dieses Rennen ;-(
Das Rezept für die versalzene Suppe:
Man nehme eine ordentliche Portion einer tollen 100 Meilen Strecke gespickt mit vielen technischen Passagen und mehreren Prisen voll Höhenmeter und füge dazu hochsommerliche Temperaturen, einen komischen/verkorksten Magen, eine immer noch nicht (oder schon wieder nicht) ganz fitte linke Wade und zu guter Letz aufgrund der Magenprobleme eine unzureichende Kalorienaufnahme und man erhält zwar nicht unweigerlich aber in diesem meinen Fall ein DNF. Das Nervt Fürchterlich. Oder Das Nährt den Frust! Oder einfach nur Did Not Finish. Nach 14:25 h, ~96 km und dem einen oder anderen K-Höhenmeter musste ich mit leerem Tank (ja, Flasche leer!) und aufgrund sportlicher Wertlosigkeit aufgeben. Schon zum zweiten Mal heuer. Oder besser gesagt, weil ich es einmal nicht akzeptieren wollte, folgten nun Zwei. Damn. Damn. Damn. Viel mehr gibt’s da leider nicht zu sagen.
Oh doch: ein riesen Lob und Dankeschön an Gi und all seine Helfer die diesen fantastischen Event immer wieder auf die Beine stellen und ich drücke ganz fest die Daumen, dass es nächstes Jahr eine 10. (!!!) Ausgabe des Chiemgauer geben wird! Danke für die tolle Organisation, die familiäre Stimmung und einen Lauf der Seinesgleichen sucht. Danke!
Und auch all den vielen Helfern die von den Läufern selbst gestellt wurden. Unter anderem auch mal wieder Silke, meine Crew, die zusammen mit Carmen uns alle in Adlgass versorgt haben. Dankeschön euch zwei und all den vielen anderen. Ohne euch wäre das nicht so “einfach”. Auch wenn ich das volle Angebot in den Labestationen leider nicht ausschöpfen konnte, es war perfekt. Super!
Danke auch an all die Mitstreiter und Hut ab vor all denen die heuer gefinished haben. Egal ob 100 km oder 100 Meilen. Meisterleistung.
Danke an Rudi dass ich mit dir bis Adlgass laufen durfte und du mich bis dort hin überhaupt gebracht hast. Speziell das Stück nach der Steiner Alm; war Super da jemanden neben sich zu haben. Rudi, das nächste Mal greifen wir zwei wieder an! Aber jetzt einmal zwei Gänge zurück und die Akkus neu aufladen.
Nick, it was a pleasure to run with you for a couple of miles. Your performance was simply awesome! You are used to the heat (as a San Diego resident and a Badwater finisher!) but still running such a time (22:46 h, only 7 minutes behind the course record!) is simply great! Chapeau! I wish you all the best for your next goal!
Was nun?! Das nächste Ziel heißt Transalpine Run Ende August. Mit meinem Partner Denis. Ich freu mich riesig! Und gebe mein Bestes bis dahin wieder voll fit zu sein.
Somit habe ich noch die eine oder andere Woche um wieder meinen Rhythmus bzw. flow zu finden. Das ist machbar. Frei nach Caballo Blanco werde ich mich nun mal wieder auf Easy & Light beschränken, und schön langsam wieder an Smooth arbeiten. Vielleicht gesellt sich dann Fast ja irgendwann (idealerweise beginnend mit dem 31. August) wieder dazu. Aber vorallem jetzt einmal Gesund bleiben und die Trails da draußen genießen ;-)
Miles & Smiles. Mit momentanen Augenmerk auf Smiles! Ein Abstecher ins Ötztal, ein Kurzbesuch am Lago di Garda und die 3/4. Strecke des Berliner Höhenweges im Zillertal waren ein guter Start. Der Zwischenstopp in Chamonix wie immer genial (der KV ist spitze!) und mal sehen wie es beim Kraxln und Trails unsicher machen nun weiter geht. Südfrankreich wir kommen!
;-)

My First Stage Race

Oder warum 160km und 10000 pos. Höhenmeter auf 4 Tage aufgeteilt nicht leichter sind als non-stop. Anders eben!

…Garmisch: nach der Anmeldung etwas Sonne genießen. Nummer 269!

Salomon 4Trails 2013. 4 Tage lang durch die Alpen laufen. Über geniale Trails, tolle Scharten und Joche, perfekte Kämme und Grate, und zwischendurch Zwischenstopps in den Tälern. Von Garmisch-Partenkirchen (D) geht es am ersten Tag nach Ehrwald (AUT): 36.3km, 2410 positive und 2113 negative Höhenmeter. Der zweite Tag ist die Königsetappe: von Ehrwald nach Imst: 45.3km, 2723 positive und 2940 negative Höhenmeter. Am dritten Tag ein „Sprint“ mit 33.6 km und 1844 positiven sowie 1804 negativen Höhenmeter von Imst nach Landeck. Am vierten und „schon“ letzten Tag von Landeck nach Samnaun in die Schweiz: aufgrund eines Erdrutsches dann doch die längste Etappe mit 47km und 2844 positiven sowie 1820 negativen Höhenmeter. Also etwa 160 km und 10000 positive Höhenmeter. Nice!

…dass ich so eine Strecke laufen kann – ja sogar non-stop – wusste ich. Aber ob ich sowas aufgeteilt auf 4 Tage schaffe!? Jeden Tag Gas geben und am nächsten Tag wieder neu motivieren und loslegen. Nicht ohne. Und gerade jetzt? Hinzu kommt mein etwas „unglücklicher“ Saisonstart (DNS & DNF), der dem Selbstvertrauen natürlich schon einen Dämpfer gegeben hat. Anyway, das klingt nach einer neuen Herausforderung, nach einer tollen Landschaft und einer Horde an Gleichgesinnten. Na dann: los!

Regine und ich wenige Minuten vor dem Start der 4Trails in Garmisch

Der erste Tag fängt eher mühsam (um 10:00) an und Rhythmus finde ich keinen. Es ist recht warm und bergauf komm ich gar nicht ins Laufen. Nach dem ersten Hügel wäre ich am liebsten umgedreht. Was soll es, sind ja noch 3 Tage. Rauf zur Längenfelder Talstation ist es kühler und es geht gleich besser.

Ein Lichtblick des Tages: ich darf den Downhill von dort runter zum Hammersbach machen! Beim ZUT war ich zu diesem Zeitpunkt ja leider bereits ausgestiegen. Gemeinsam mit Nico werfen wir uns bergab. Ein Schweizer von den Alpinerunner, den ich auf La Palma beim Transvulcania kennen lernen durfte.

fallen lassen ;-)

Mann, das hat Spaß gemacht. Jaja, runter laufen ist ja eigentlich nur kontrolliertes fallen lassen (wenn die Neigung stimmt)! Und auch der Rest ging dann schon irgendwie bis nach Ehrwald.

rein zur V3 des Tages: Melonen! und Salztomaten :-)

Der Anstieg zur D/A Grenze war wieder toll und ich musste kämpfen um mit Claire mithalten zu können. Die Lady läuft einfach (fast) alles. Sehr beeindruckend. Bergab nach Ehrwald konnte ich sie dann aber bei einigen Regentropfen (es sollten die einzigen in diesen Tagen bleiben!) hinter mir halten. Super Etappe! Und nach 4:32 h freu ich mich riesig auf den Dorfbrunnen. Und meine Beine erst.

…das kühle Nass. Sehr fein!

9. Platz General Ranking Men und 15. Insgesamt. Zufrieden, trotz der Nicht-Laufen-Wollenden Beine. Und jetzt!?

Normalerweise ist nach einem Lauf dann immer eine gewisse „Gleichgültigkeit“ gepaart mit Zufriedenheit mit der Gewissheit es am nächsten Tag gemütlich angehen lassen zu können; aber diesmal ist das erst der erste Tag! Drei weiter folgen noch. Also Essen fassen und genug trinken. Ein GU Chocolate Smoothie, Cola und dann ab zur Massage. Hab gleich das volle Packet online gebucht: sehr zu empfehlen! Tut echt gut. Und danach: ab zur Pasta Party um die verbrauchten Kalorien mit neuen zu ersetzen. Dann noch einen Campingplatz suchen und ab in den Schlafsack. Das Ganze in Begleitung meiner Supercrew. Auch für Silke eine ungewohnte Situation, denn an der Strecke ist eigentlich keine wirkliche Betreuung nötig; aber die Vor- und Nachbetreuung ist mal wieder spitze und wichtiger als bei Eintagesrennen! Danke mal wieder!

…unser Zuhause!

Tag 2 (7:00): Wie haben die Beine den gestrigen Tag weggesteckt? Sind die Waden fit? Zumindest gestern meldeten sie sich nicht negativ.

der obligatorische Materialcheck in der Früh

Wie auch immer, am Start überwiegt die Freude aufs Laufen; auf tolle Trails und die Grünsteinscharte (2272m). Und schon sind wir unterwegs. Anfänglich mühsam, aber je höher wir raufkommen, desto besser fühle ich mich.

Oben im Schnee rauf zur Scharte ist es einfach super schön und der Downhill danach ein Traum. Grober Schotter und Schneefelder, ich bin in meinem Element.

Leider kommt dann irgendwann die immer flacher werdende Forststraße und die Temperaturen werden wieder höher. Kurzer Einbruch nach der V2. Uff. Ich muss stehen bleiben. Trinken. Gel. Ich werde überholt. Dann komm ich aber in den Genuss des virtuellen Schlepptaus von Bernd und Ivan. Schon genial wie so was wirken kann! Danke an dieser Stelle! Bei der Haiminger Alm werden wir mit Extrawasser versorgt. Sehr willkommen! Dann noch ein endlos scheinender Pfad durch Latschen bis wir dann endlich am Haiminger Kreuz stehen (2203m). Genialer Ausblick. Kurz genossen und schon geht’s erst Richtig zur Sache. Wir haben noch 1400 Höhenmeter zu vernichten. Gemeinsam kämpfen wir uns nach unten. Der Pfad ist super technisch. Das lenkt ab. Kurz nach der V3 schießt dann Nico an uns vorbei. Awesome. Da kann ich leider nicht mitgehen, aber immerhin reicht es gerade noch Ivan und Bernd einige Meter hinter mir zu halten. Der Schlussanstieg über die Wiese ist noch mal brutal, aber das Ziel umso schöner. 5:57 h.

…gerade noch unter 6Std :-)

Gerade noch unter 6h! 11. Platz Men; 18. Overall. Proud to be chicked by Angela Mudge. Hab sie an diesem Tag nur kurz am Start gesehen. Die Herren im Spitzenfeld auch. Schon arg, was die für ein Tempo gleich am Start hinlegen. Da sind wohl noch einige Speedeinheiten notwendig ;-)

…die Truppe: Ivan, Bernd, me und Nico (v.l.n.r.)

In Imst dann erst mal eine Dusche, dann wieder Massage direkt hinter der Kletterwand. Eigentlich hab ich sogar fast Lust da jetzt etwas rumzukraxln. Entscheide mich aber doch lieber für etwas Essen und Trinken. Dann noch ab in den Ort zu einem Baumarkt um Verlegeband (Doppelklebeband) zu besorgen. Bei den Downhills ist mir meine Sohle in den Schuhen spazieren gegangen. So festgeklebt funktioniert das perfekt; und meine Fellraiser sollten mich auch die weiteren 2 Tage begleiten. Am Abend dann wieder Pasta und lokales Brauchtum/Volksmusik.

…das schaute ja fast anstrengender aus als was wir hier den Tag über gemacht hatten ;-D

Sehr nett. Und schlussendlich wieder am Campingplatz in den Schlafsack. Gute Nacht.

Der dritte Tag ging gleich rasant los, es sind ja nur 33km und keine 2000 hm; und nur ein Berg. Der erste Tag an dem ich ins Laufen komm. Endlich. Es läuft. Gripmaster steht irgendwo an der Strecke und filmt: „Das wird dir gefallen, ist wie in den Grazer Grasbergen“. Und er hat recht, es fühlt sich irgendwie vertraut an und es macht einfach Spaß. So soll es sein. Irgendwann kommen wir dann raus aus dem Wald und rauf auf einen Grat. Sehr genial. Steinig, aber laufbar.

Als wir den höchsten Punkt, den Glanderspitz  auf 2512m erreicht haben, bin ich kurz hinter Dr. Miksch und Andreas Rois, ein weiterer Grazer aus dem Team Salomon (Österreich) der beim Veitschlauf heuer eine Zeit von 4:08 hingeknallt hat. Super! Ich fliege am Herrn Dr. vorbei und kurz darauf auf die Schnauze. Autsch! Kurze Schadensmeldung: das rechte Knie und die rechte Hand schmerzen. Na am besten gleich weiter. Eine Zeit lang humple ich etwas dahin, aber irgendwann läuft es wieder rund und ich kann sogar Andreas überholen. Die letzen Meter ins Ziel versuche ich dann noch den Dr. zu erwischen; aber es fehlt mir dann doch eine Sekunde. Aber sicherlich eines der coolsten Zielfotos: Das dritte Bein hinter Dr. Miksch ist meins ;-) …3:33 h. Nice!

…das Dritte Bein da is meins!

Nachdem es heute ja „nur“ ein kurzer Tag war, ging es nach der Massage (die im Kino war) ab ins Landecker Schwimmbad um etwas Farbe zu schinden. Danach noch eine Pizza vor der Pastaparty. Dort dann wieder das tägliche Streckenbriefing und die Bilder sowie das Video des Tages reingezogen. Am Campingplatz haben wir dann noch Glück einen Platz zu bekommen, denn eigentlich war der schon voll. Danke.

Tag 4, der letzte Tag: Klar, die Oberschenkel sind bereits angeschlagen, aber im Großen und Ganzen fühle ich mich in Lauflaune. Sehr schön. Heute aufgrund eines Erdrutsches doch die längste Etappe der 4Trails 2013. Die ersten gut 10 km geht es auf Asphalt stetig nach oben. Normalerweise mag ich sowas nicht, aber irgendwie scheint der Laufrhythmus wieder hergestellt (viele viele Wochen nach Transvulcania).

Am Fisserjoch (2432m) ist die V1 und eine treue Begleiterin der 4Trails mit Kuhglocke hält sogar meine Leki-Stecken während ich Tomaten und Gurken mit Salz in mich reinstopfe. Dankeschön! Runter zur Kölner Hütte und rauf zum Arezzjoch bin ich anfänglich mit Ivan unterwegs und wir plaudern dahin. Etwas später schließe ich auf Dr. Miksch auf und wir erreichen gemeinsam die V2 am Arezzjoch (2587m). Rüber zur Ochsenscharte (2787m) wühle ich mich gemeinsam mit ihm und Bernd durch den schon etwas weichen Schnee. Schön da oben.

Beim Downhill über Schneefelder holen wir dann Angela Mudge ein. Meine zwei Begleiter geben Gas und ich muss sie ziehen lassen. Bergab will es anfänglich nicht so wirklich. Die Oberschenkel jammern etwas. Ich schaffe es aber immerhin auf Sichtweite hinter Angela zu laufen. Zu viel „laufen lassen“ will ich nicht riskieren, denn an der A/CH Grenze (und V3) geht es dann noch etwa 8km teilweise flach aber eben auch noch immer wieder etwas bergauf bis rein nach Samnaun. Immerhin laufe ich noch die ganze Strecke und die letzten Meter rein nach Samnaun sind toll. Kurz vor dem Ziel klatsche ich noch bei Andreas ab, der schon gemütlich im Schatten sitzt und Melone mampft. Schlußendlich schaffe ich es auch heute wieder unter 6 Stunden, ja sogar auch wieder in 5:57 h ins Ziel.

…schön!

happy!

11. PLat Men, 17. Overall und wieder mal proud to be chicked by Angela (diesmal nur um eine Minute). Im Ziel! In einer Gesamtzeit von 20:00 h ;-) Das reichte dann immerhin noch für einen 9. Platz im General Ranking Men und einem 14. Platz Overall. Für mein erstes Stage Race ein Anfang. Schön war es! Gerne wieder.

Bernd hat mir heute einige Minuten abgenommen!

…und Andreas sowieso. Danke auch an den Mann im Hintergrund: Cappuccino und Espresso waren ausgezeichnet!

Salzig, aber gut!

 

 

 

 

 

 

Finisher ;-)

Nun wirklich im Ziel! Super schön. Es gibt sogar frische Pizza. Genial. Und ein Alkoholfreies. Fein. Silke und ich hängen noch lange im Zielbereich herum und wir applaudieren den anderen Finishern. Zwischendurch eine finale Massage. Sehr fein. Und nach und nach kommen die vielen vielen Finisher. Super! Irgendwann geht’s dann rauf ans Ortsende wo wir uns zum Abschluss ein Hotel gönnen (die Schlafsäcke müssen ja auch mal ausruhen). Schnell umziehen und wieder runter marschiert Richtung Bahn. Mit der Doppelgondel geht es dann rauf zum Gipfelrestaurant wo die finale Pastaparty stattfindet. Tolles Ambiente und Pastaparty ist definitiv untertrieben. Es gibt 1A Essen und ich schaffe es danach fast nicht mehr aufzustehen. Die Steinpilz-Lasagne kann ich nur weiterempfehlen! Nachdem wir dann alle bei erhöhten Temperaturen (es waren doch viele Leute) unser Finisher-Shirt einzeln (vielleicht nicht ganz die ideale Lösung) erhalten haben und wir uns von vielen alten Bekannten und noch viel mehr neuen Gleichgesinnten verabschiedet haben, geht es wieder runter nach Samnaun.

Silke und ich haben noch das Glück einen weiteren Tag hier zu verbringen und wir nutzen die Gelegenheit mit den Gondeln und Sesselliften bis nach Ischgl zu „fliegen“, wo wir uns eine weitere Pizza genehmigen.

…Flug nach Ischgl

Beim „Rückflug“ stoppen wir dann kurz und wandern über einen Klettersteig noch auf die Flimmspitze. Somit lassen wir einen Sessellift aus und sehen noch etwas mehr von dieser grandiosen Gegend. Und meine Beine bekommen etwas Bewegung.

Flimmspitze

Danach noch ins Spa in Samnaun. Whirlpool, Dampfsauna und einfach nur im Wasser treiben lassen. Sehr fein. Am Abend dann noch einen Veggie-Burger und irgendwann ist dann leider auch dieser schöne Ausflug zu Ende.

Schön. Vielen vielen Dank an alle die mich unterstützen: Danke dass ich hier dabei sein durfte! Danke an PlanB für die super Organisation; Dank all den Helfern an der Strecke sowie davor und danach. Das war Spitze! Danke Salomon, Suunto, GU Energy Gels, Innovit und Alpenheat für den Support! Danke Crew, danke Silke! Und danke an die vielen super netten Gleichgesinnten mit denen ich die (4)Trails teilen durfte. Besonders hat es mich gefreut mit Nico, Bernd, Ivan und Andreas den einen oder anderen Meter gemeinsam zu laufen. Super schön war es. Hat mir sehr gefallen. Einem Tofol oder Hugenschmidt konnte ich zwar nicht ansatzweise folgen, und kann nur sagen sehr beeindruckend was die Herrn da abgeliefert haben.

Im Nachhinein gesehen kann ich nur sagen, dass es sicherlich nicht einfacher ist, so eine Strecke über 4 Tage zu laufen statt non-stop; aber eben anders. Auch sehr intensiv, aber anders. Wenn ich wählen müsste zwischen non-stop und stage-race; ich könnte mich vermutlich nicht entscheiden. Man muss mal beides machen. Einzig und alleine die Sonnenauf- und untergänge fehlen hier, aber dafür ist der Grundspeed einfach doch etwas höher, was ganz einfach seinen Reiz hat und wofür ich noch trainieren muß! Am Wichtigsten: ich habe wieder was gelernt. Über mich. Und noch viel wichtiger: Ich durfte wunderschöne Gegenden und super nette Leute kennen lernen. Sehr schön! Danke.

mein Equipment

BTW: Materialliste: nachdem das Wetter sehr gut war, lief ich die ganzen 4 Tage mit dem Salomon Fellraiser (sehr interessantes Teil!) und dem Salomon Advanced Skin Lab Hydro 12 (genialer „Rucksack”! Mein neuer Liebling!). Gewandmäßig reichten 2 Exo S-Lab Tanks und eine Twinskin Short. Gegen die Sonne durfte meine Julbo Dust nicht fehlen. Bergauf geschoben hab ich mich mit einem Paar Leki Microsticks und verköstigt mit 4-6 GU Gels pro Tag und sonst hauptsächlich Melonen, Tomaten und Gurken. Im Rucksack natürlich immer die komplette Pflichtausrüstung. Wenn der Rucksack richtig gut sitzt, macht das bisschen Extragewicht nichts aus. Und man kann ja nie wissen, was die Launen der Natur so alles bringen…

 

BTW2: morgen geht’s in den Chiemgau: die 100 Meilen stehen am Programm. Freu mich schon so!

…DNS & DNF

oder wenn ein DNF doch nicht das Ende der Welt bedeutet: ZUT 2013

(c) Lars Schneider

5 Wochen nach meiner Odyssee beim Transvulcania stehe ich endlich wieder am Start eines Ultras. Dem Zugspitz Ultra Trail 2013. Ich freu mich riesig; aber die Frage wie fit ich eigentlich bin, kommt immer wieder. Nicht nur ob ich fit bin, sonder auch ob ich schon wieder ganz genesen bin. Naja, 5 Wochen “tapering” sind vielleicht eine etwas zu lange Zeit um wirklich in Form zu sein, aber nachdem ich immerhin brav pausiert habe (echt nicht leicht so lange nichts bis nicht viel zu tun; und auch noch den Black Forest auslassen zu müssen: DNS :-( ), sollte ich zumindest gesund am Start stehen…

07:08 und die Meute wird zum Start gelassen. Eigentlich wollte ich mich weit hinten hinstellen, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme mit dem Tempo der Vorderen mitzugehen. Naja, beim Plaudern mit Rudi – die Maschine – Döhnert und Torsten – Animal – Schneider und einem Kurzbesuch von Philipp – dem ZL stehe ich dann ohne viel nachzudenken doch irgendwo in der 3. Reihe.

…der Einzige ohne Kapperl ;-)

…final prep

Samuel Nef sagt noch Hallo und Dippi zeigt seine geborgten Stecken her… … 07:15: die Meute wird losgelassen. Einige Meter gehend, bis die Herrn von der Blasmusik weg sind und wir dürfen endlich laufen. Es fühlt sich erstaunlich gut an und es macht einfach Spaß! Endlich wieder laufen! …es geht dahin und die erste Labestation ist gleich da. Ich bin in dem Moment grad hinter dem Salomon Schweiz Läufer  und Tor de Géants Sieger Gabioud Jules-Henri. Mit meinen Leki wird bergauf geschoben und ich kann ihn sogar bald hinter mir lassen…

(c) Lars Schneider

Zur V2 bei der Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn lauf ich mit Constantin entspannt rein. Wir sind es beide eher “gemütlich” angegangen, und schlussendlich soll sich diese Taktik für einen von uns ja ganz gut bezahlt machen! Gratuliere!! Rauf gehts vorbei an der V3 / Pestkapelle. Consantin, Torsten und ich werden von der laufenden Kamera (GM, eh klar) einige Meter begleitet… Das Feldernjöchl wird im dichten Nebel passiert und am höchsten Punkt der Strecke hab ich das Glück von einigen Sonnenstrahlen gewärmt zu werden. Wunderbar. Wunderschön. Genau deshalb mache ich sowas. Und gleich gehts wieder bergab, runter zur Hämmermoosalm (V4). Davor aber noch ein tolles Schneefeld mitgenommen. Einklinken und runterfräsen: macht das Spaß!!! Meine Crew wartet bei V4 auf mich und ich bekomme etwas Suppe. Perfekt.

…rein zur Hämmermoosalm (V4)

Es geht mir immer noch gut und insgeheim kann ich mir mittlerweile eine Zielankunft sogar vorstellen. Wieder gehts nach oben.

…Nebel, aber zum Laufen (ok, power hiking) perfekte Bedingungen!

Scharnitzjoch. Anstrengend, aber super schön. Voller Energie würde ich es nicht mehr bezeichnen, aber für 5 Wochen “Pause” geht es mir erstaunlich gut. Oben angekommen gehts nun fast 1000 hm in Einem bergab. Love it!  …aber dann.

Aber dann auf den letzten Höhenmetern hinunter zur V5 beim Hubertushof fängt meine linke Wade an zu schmerzen. Verdammt. Damn shit. Wieso? Will nicht. Anyway, so ist es. Die letzten Meter zur km 55 Marke sind dann recht flach. Gerade da schmerzt die Wade ordentlich. Was ist ordentlich. Sicherlich nichts was mich am weiterlaufen hindern würde, wäre ein wildes Tier hinter mir, oder sonst was. Aber eben genug um das was heuer noch vor mir liegt, zu gefährden. Die Entscheidung fällt nicht leicht. Ganz und gar nicht; aber ich habe aus meinem Fehler beim Transvulcania gelernt: Man muss nicht um jeden Preis finishen. Nein, muss man nicht. Ich weiss ich könnte es, aber macht es Sinn? Nein. Ich will nicht wieder 5 Wochen (oder mehr) verdammt sein, nichts bis nicht wirklich was zu tun und so entscheide ich mich noch bevor ich zur Labestation reinlaufe, dass es dies leider für mich war und ich raus bin. DNF ;-(

Silke empfängt mich dort und mit einer kurzen waagrechten Handbewegung meinerseits ist klar, dass ich raus bin. Den Leuten vor Ort sag ich Bescheid und nehme mich aus dem Rennen. Abgehackt. Kurz traurig. Aber eigentlich zufrieden mit mir. Ich durfte 55 km auf genialen Trails bei super Bedingungen laufen. Und zum Zeitpunkt meines Ausstiegs war ich immerhin 13. Zählt nicht, aber fürs Selbstvertrauen schadet es nicht. Schön wars, und auch etwas anstrengend ;-)

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die tollen Helfer bei den Labestationen und eine perfekt ausgeschilderte Strecke. Einziges Manko heuer: meine Startnummer (und die anderer) hat sich bereits nach wenigen Kilometer aufgelöst; da muss nächstes Mal was stabileres, wasserbeständiges her…

…vom Läufer zum Betreuer… Torsten GO!

Und jetzt! Rein ins Auto und rüber zur Kreuzeckbahn. Schnell zwei Tickets gelöst und rauf zur Längenfelder Talstation: V9 und V10 des ZUT. Hier sehen wir noch einige vom Base- Super- und Ultratrail. Oben angekommen muss ich mir dann doch eine lange Hose anziehen. Jaja, wenn man sich nicht bewegt, ist es doch gleich etwas frischer. Auch wenn wir aufgrund des zeitweise dichten Nebels nicht gerade sehr viel sehen, so macht es doch Spaß auch mal auf der anderen Seite zu stehen und Läufer anzufeuern. Und es sind ja eine ganze Menge an bekannter Gesichter dabei. Heide, Carmen, Sabine,… sie alle schlagen sich super beim Basetrail. Super Mädels! Genial. Und dann irgendwann auch die Herren selbst: Sebastian, Marc, … beim Supertrail. Hehe, die Mädels sind noch mehr am plaudern ;-)    …und dann der erste vom Ultratrail: ZL!!! Er schnauft, und verlangt nach Cola. Schon etwas blau, aber voller Tatendrang. Nach kurzer Pause gehts dann auch schon wieder weiter für ihn auf die letzten Höhenmeter bergauf. Es dauert ganze 11 min bis die Nr. 2 kommt: der Neuseeländer Vajin Armstrong. Und nochmals 12 bis Dippi kommt. Und nach und nach der Rest. Die Maschine Rudi kommt aus dem Nebel als 5. 6. oder 7. ist Constantin. Cool. Nr. 8 Samuel Nef aus der Schweiz. Er klopft mir kurz auf die Schulter und schon geht es auch für ihn weiter. Inzwischen ist die Nr. 1 schon am finalen Downhill und er lasst es nochmals ordentlich krachen. Schon eine tolle Stimmung hier an der Längenfelder Talstation. Und es fängt sogar an leicht aufzumachen; leider halten wir aber nicht mehr bis zum Sonnenuntergang durch. Irgendwann (nachdem ZL bereits seinen Sieg in Grainau feiern durfte: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung!) machen wir uns auf den Abstieg nach Grainau. Ok, wir sind heute etwas faul und ergattern eine Mitfahrgelegenheit. Danke!

Unten gehts dann zuerst in die Dusche und zur Massage (fein!) und anschließend ins Festzelt und wir verbringen noch einen schönen Abend mit all den Finishern und Crews. Tolle Stimmung! …und dann noch rein nach Garmisch auf eine gute Pizza die uns Stefan Tassani (Gratulation zum Sieg in der Masters Klasse beim Basetrail!) empfohlen hat. Sehr gut! …und ab ins Bett/Auto.

Zusammenfassend: nicht ganz was ich mir erhofft habe, aber im Nachhinein ein durchaus positiver “Ausflug” trotz meines DNFs. Die 55 km die ich laufen durfte waren spitze! Und all die Leute die ich (wieder) treffen durfte. Danke. Schön wars! Ich bin sehr zuversichtlich bis zu den 4Trails wieder ganz fit zu sein und mein erstes Mehrtagesrennen in Angriff zu nehmen. Freu mich.

happy trails, tom

BTW: in dem Moment läuft gerade WS100 (gar nicht so leicht nebenbei einen Bericht zu schreiben, zu spannend!): Mile 70.7: Tim Olson 1st!, Krar 2nd, Morton 3rd, …Speedgoat Karl 10.; Pam Smith 1st @ mile 62. …the race just started….

BTW2: ZL 1. Platz in 11:11!!; dann Vajin Armstrong und als Dritter Matthias Dippacher. Chapeau!

 

On a bad day finishing an ultra is fucking hard

oder

…manchmal wollen die Beine, der Kopf aber nicht. Diesmal war es umgekehrt ;-)

photo by Thomas Bohne

Photo from www.saragossa.cat

Transvulcania 2013, ein Starterfeld gespickt mit der „Elite“ bzw. den Superstars aus der ganzen Welt. Und ich mittendrin, oder besser gesagt irgendwo in der 4. Reihe. Am Beginn halte ich mich um Emilie Forsberg und Núria Picas auf. Irgendwann hole ich mir dann sogar Adam Campbell und muss ihn dann erst 1.2 km vor dem Ziel ziehen lassen…

…Wow, das liest sich so hingeschrieben, wie wenn ich den Lauf meines Lebens gehabt hätte!

In Wirklichkeit war es das dann auch, aber eben im negativen Sinn leider! Aber mal schön von Vorne…

…Gine Kapschnittchen, Thomas Bohne und ich kurz vor dem Start

Ein zügiger Start um 6:00 morgens und für die nächsten etwa 1700 hm geht’s durch losen Vulkansand nach oben. Es ist noch angenehm von den Temperaturen, und nach anfänglichem Positionskampf (bei gut 1600 Startern nicht ganz verwunderlich) lauf ich etwas hinter, dann vor und dann wieder hinter Emilie Forsberg und Núria Picas. Nice! Sehr cool. Die Beine fühlen sich gut an und die Bewegungen fallen leicht. Es macht einfach Spaß. Ich kann es trotz dem zugegebenermaßen zügigen Tempo genießen. Alles im grünen Bereich. Die erste Labestation noch vor dem Morgengrauen ist gerammelt voll mit Zuschauern die einen förmlich bergauf tragen. Genial. Etwas weiter kommen dann auch meine Stecken zum Einsatz um das Vorankommen im losen Sand zu erleichtern. Es geht schon lange da nach oben, aber die Läufer um einen und dann der Sonnenaufgang lassen die Anstrengungen etwas vergessen. Der Sonnenaufgang! Und wieder ist mir bewusst, wie gut es mir geht dass ich so etwas erleben darf. Am liebsten wäre ich zum Foto machen stehen geblieben um für später und für all die anderen diese wunderbaren Eindrücke fest zu halten. Nachdem Núria zwei Positionen vor mir lief, und ich diesen Ansporn nicht verlieren wollte, hab ich dieses Bild nur in meinem Kopf gespeichert; aber dort dafür für immer! Die Stirnlampe kommt auch vom Kopf und in eine der Seitentaschen meines 12er Skin.

Irgendwann sind wir dann auch am ersten Gipfel, Las Deseadas. 18km im Rennen. Etwas auf und ab und dann auch schon zügig der ersten großen Labestation entgegen. Fernanda Maciel vom Team TNF  läuft vor mir, sie lässt es richtig krachen. Ich nehm etwas Tempo raus, denn ich will meine Oberschenkel nicht zu früh zerstören. Aber nicht allzu weit hinter ihr geht es ins Refugio de El Pilar rein.

photo credit: Monarch Running (Mr. Clayton)

Auch hier wieder richtige Volksfeststimmung. Wassermelonen. Super. Und auch meine Flasks werden von einer der vielen Freiwilligen mit Wasser aufgefüllt. Muchas Gracias! Und ich bin auch schon wieder am Weg. Kurz darauf setze ich mich aber auf einen Stein um die mittlerweile recht zahlreichen Steinchen in meinem Schuh auszuleeren und meine Julbo aus dem Rucksack zu kramen. Die Sonne ist schon voll im Einsatz und meine empfindlichen Augen verlangen Schutz.

Beim Aufstehen dann ein kleiner Minikrampf. Hm!? Was soll das? Gerade mal km 28 oder so. Anyway, Stecken in die Hand und den Forstweg weiter Richtung El Reventón. Unspektakulär von der Strecke her, aber somit kann man etwas mehr die Landschaft genießen und links und rechts schauen. Aber es läuft sich nicht mehr so locker wie anfangs bergauf. Die Oberschenkel sind schwerer und immer wieder so kleine Ankündigungen eines Krampfes. Aber nicht so wie es schon mal sein kann dass es an einer Stelle immer etwas „zwickt“. Einmal meldet sich am rechten Waden etwas, einmal der linke Oberschenkel innen. Irgendwie schräg. Ich trinke brav und nehme meine erste Salztablette. El Reventón. Frosty und Bryon Powell stehen da bei der Labestation rum. Ich bekomme wieder kühles Wasser, bedanke mich und weiter.  Es ist schon ganz schön warm und der Blick Richtung Roque de Los Muchachos macht klar, dass dies kein Spaziergang wird. Die Krämpfe melden sich immer wieder, und an ein gemütliches Laufen denke ich schon lange nicht mehr. Ich muss viel gehen. Und immer wieder werde ich überholt. Mist. Verdammt. Es ärgert mich. Aber irgendwas da bei mir will heute nicht. Die Beine fühlen sich komisch an. Der Kopf hingegen, dem taugt es heute und der kommt nicht einmal auf die Idee aufzugeben. Irgendwie wird es mir auch recht bald egal wenn ich wieder überholt werde. Ich geh mein Tempo. Ja, primär geh ich. Manchmal steh ich um einen Krampf raus zu dehnen und ab und zu laufe ich das eine oder andere Stück. Bis halt wieder ein Krampf mich daran hindert. GUs, Salztabletten, Trinken. Auch der Magen ist für die Temperaturen und das Herumgewackle in guter Verfassung. Also auch so wie der Kopf; nicht so wie die Beine. Pico de La Nieve und de La Cruz werden mehr schlecht als recht passiert. Wassermelonen schaufle ich in mich rein, und kaltes Wasser gieß ich mir bei jeder Möglichkeit über den Kopf. Und irgendwann komm ich auch dem Roque de Los Muchachos näher. Wieder viele Leute die einen motivieren. Und die letzen Meter da rauf gehen zwar nicht schnell, aber kein Krampf lässt mich da vor all den Leuten blöd aussehen. Oben angekommen gibt es wieder Wassermelonen und zum ersten Mal Cola. Ah! Genial. Becher Nummer eins volley. Und zwei weitere mit rüber zu einer Bank. Dort massiere ich meine Oberschenkel  mit einem Sack Eiswürfel. Das tut gut. Und irgendwie fühl ich mich ganz gut. Zumindest meint das mein Kopf.

Beim Blick runter auf meine Waden schau ich dann aber nicht schlecht. Alles wabbelt da so von ganz alleine herum. Es tut nicht weh; aber alles ist in Bewegung. Es wurlt, wie wenn Ameisen unter meinen Calfs sich eingenistet hätten.  Arg. Ich stupse mit meinem Zeigefinger drauf. Irgendwie lustig. Und es tut ja nicht weh. Aber so ganz in Ordnung ist das nicht, oder!? Naja, hilft ja nix. Nachdem das nicht aufhört, füll ich meine Flasks noch mit Wasser und Cola, bedanke mich und mach mich wieder auf den Weg. Es sind ja nur mehr 20km bergab und 6km leicht bergauf bis ins Ziel…

Die ersten Meter lauf ich wieder, aber bald stellt sich wieder der bereits eingespielte Rhythmus krampfen, stehen, wieder gehen, ab und zu etwas laufen, und das ganze Spiel von Vorne ein. Klingt blöd, aber man gewöhnt sich daran. Auf 1300hm und optisch noch sehr weit vom Strand bei Puerto de Tazacorte entfernt muss ich mich hinsetzen. Nun bin ich auch müde bzw. die Hitze macht mir zu schaffen. Immerhin suche ich mir einen Stein im Schatten. Keine Ahnung wie viele da wieder an mir vorbei sind, aber egal. Wirklich.

…mein “Ausblick” für 1,2, ..10min ;-)

Nach einer gefühlten Ewigkeit dann wieder auf die Stecken gestützt und es geht weiter bergab. Bei Torre Forestal de El Time gibt es nochmals Wassermelonen, Eiswasser für meinen Kopf und Eiswürfel für meine Beine. Weiß nicht wie ich selbst grad drein schau, aber um mich rum sind einige denen es vermutlich nicht viel besser als mir geht. Eine Lady mit der ich mich beim runter wanken immer wieder mal in der „Führungsarbeit“ abgewechselt habe, wird von den Sanitätern ins Zelt gebracht. Als ich mich wieder auf den Weg mache, schau ich kurz rein und will sie eigentlich zum weitergehen aufmuntern. Sie schüttelt aber den Kopf und gibt mir zu verstehen dass hier leider für sie Endstation ist. Verdammt. Weiter geht es über große Felsblöcke. Ein toller Trail. Wie gerne würde ich es hier krachen lassen! Wäre das ein Spaß. Aber nicht heute. Heute ist alles was ich von meinem Körper noch verlangen kann/darf, diese letzen nicht mal mehr 1000hm ohne Schäden irgendwie hinter sich zu bringen.

Auf einmal vor mir ein Läufer im typischen „US-Style“: Handheld bottle und den Rest irgendwo in die Shorts gestopft. Rucksack ist keiner notwendig. Damn. Das ist doch Adam Campbell vom Team Arc’teryx/Salomon. Ok, er ist Kanadier, kein Amerikaner. Da passt auch was nicht. Als ich auf seiner Höhe bin frage ich ob alles ok sei. Keine Antwort. Ich gehe zwei drei Schritte weiter und habe ihn schon überholt. Ich dreh mich um. Ein weiterer Leidensgenosse aus Nordirland wenn ich es dann richtig verstanden habe (die Hautfarbe würde auf jeden Fall passen) ist grad neben ihm als er einfach umfällt. Ich retour. Er kommt wieder auf die Beine und meint es ist alles ok. Es sind nur mehr 400m bis zur nächsten Straße. Er wankt nochmals gewaltig, hält sich aber auf den Beinen. Wir begleiten ihn, einer links einer rechts neben ihm so gut es geht. Und wirklich, da kommt eine Straße und auch die ersten Helfer sind schon zur Stelle. Adam winkt aber ab und meint es geht schon. An der Straße angekommen krümmt er sich aber und muss zu Boden. Die Sanitäter sind zur Stelle und er wird zum Krankenwagen begleitet. Ich gebe den anderen Läufern Bescheid, dass ich bei ihm bleibe, meine Zeit ist mir schon lange nicht mehr im Geringsten wichtig. Gut dass Adam etwas Spanisch spricht und sich mit den Helfern unterhalten kann. Er bekommt etwas Wasser und sie checken seine „Vitals“. Ich versuche inzwischen Bescheid zu geben, dass er von irgendjemand vielleicht abgeholt werden kann. Etwa 10 Minuten vergehen und es geht ihm merklich besser.  Er meinte er werde einfach runter bis nach Tazacorte gehen, da kann ihn leichter wer abholen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das eine gute Idee ist, und beschließe dass ich ihn zumindest begleiten werde. Wir bekommen beide noch eine Birne von den Sanitätern und marschieren wieder los. Tough! Echt tough! Am Weg nach unten quatschen wir so dahin, um uns abzulenken und um etwas über den anderen zu erfahren. So wie es aussieht haben wir heute beide nicht den besten Tag erwischt. Adam hatte von Anfang an mit Magenproblemen zu kämpfen und konnte schon lange keine Nahrung unten behalten. Meine Geschichte ist ja bereits bekannt. Elektrolythaushalt im Arsch.

Die letzen Serpentinen nach unten bieten einen grandiosen Blick raus aufs Meer und runter nach Tazacorte. Super schön. Und wir: super langsam. Er meint ich soll loslaufen. Ich verneine, denn wirklich schneller geht es bei mir eh nicht mehr. Dann werden wir von einem Zuseher in seinen Bike-Schuhen überholt. Klack, klack, klack. Oh, that is so embarrassing, meint Adam. ich meine darauf, dass unsere Schuhwahl (wir sind beide mit dem Sense Ultra unterwegs, ein perfekter Schuh!) vielleicht nicht die beste Wahl war, und wir lachen beide. Na immerhin, das Lachen ist uns noch nicht abhanden gekommen ;-)

Unten angekommen, ein weiteres Fest. Musik, Strandfeeling. Wieder gibt es meine geliebten Melonen und noch einmal fülle ich meine Flasks. Noch schnell ein übergroßes Gummibärli in Form einer Tarantel und ich will mich von Adam verabschieden und ihm alles Gute wünschen. Doch der ist schon wieder „voll da“ und meint zu mir er mache das Ding nun auch fertig. Ich find das einfach nur cool und gemeinsam machen wir uns auf die letzen 6km und 300hm. Am Anfang geht es recht flach ins Landesinnere und wir laufen. Ok, er läuft, ich wanke wie auf rohen Eiern; denn diese Krämpfe wollen heute einfach nicht mehr aufhören. Über eine kleine Brücke und der letzte Anstieg. Steil geht’s bergauf und die Stecken leisten ihre Arbeit. Dann einige hohe Stufen rauf zu einer Straße. Oje. Oben angekommen geht mir mein Sichtfeld flöten. Ich steh zwar noch, aber sehen tu ich nur mehr ganz verschwommen und wenig. Ich lass mich auf die Leitplanke fallen. Noch eine Salztablette, Wasser, ein Gel. Adam motiviert mich hier nicht lange sitzen zu bleiben. Ich stehe auf, wanke und gehe dann auch wieder. Die letzen Höhenmeter. Aber einige hundert Meter weiter krampft bei mir alles zu. Ich stehe wie auf High Heels. Die Waden machen zu. Ich komme mit meinem Eigengewicht nicht mehr dagegen an. Adam versucht mich nach unten zu drücken. Es dauert etwa 30 Sekunden bis sich was tut. Aua! Hölle! Und kurz darauf das Ganze Programm nochmals. Ich lass mich fallen und erhoffe mir dabei etwas weniger Schmerzen. Falsch gedacht. Nun gesellen sich auch die Oberschenkel dazu. Ich schreie wie am Spieß. Aus. Ich kann nicht mehr und ich mag nicht mehr. Adam und vorbeikommende Läufer stellen mich wieder auf, nachdem dies die „angenehmere“ Position zu sein scheint. Adam meint, er besorge etwas Wasser und dann versuchen wir es nochmals. Inzwischen sind auch Streckenposten eingetroffen und ein Polizeimotorrad. Der steht aber nur etwas entfernt und betrachtet das Häufchen Elend an der Straßenböschung lehnend.  Kurz darauf ist Adam wieder da, mit einer Flasche kaltem Wasser. Thanks man! Wo hast du das denn her? Wir sind nur mehr etwa 100hm und 1.2km vor dem Ziel und da oben bei dem gelben Haus ist die Steigung vorbei. OK, danke. Aber auch wenn ich noch will, die Beine einfach nicht mehr. Bitte ruft die Ambulance. Adam versucht mich noch einige Male zu überreden, aber ich lehne dankend ab und schicke ihn auf seine letzen Meter. Er soll das Ding fertig machen. Ab die Post!

Ich versuche weiter von dem Wasser zu trinken, und von einem Läufer bekomm ich noch eine Salztablette (nachdem ich alle mein 7 bereits aufgebraucht hatte) und ein anderer gibt mir was von seinen sauren Stangerl. Danke Leute!!! Die Zeit scheint nicht zu vergehen, und irgendwie tut sich nichts. Keine Ambulance in Sicht und ich überlege, ob ich mich wieder fallen lassen soll.

Oder soll ich einfach weiter gehen? Ich gehe. Ok, ich wanke. I’m crawling. Aber ich bewege mich bergauf. Dean Karnazes hatte einmal den Spruch getätigt: “Run when you can, walk if you have to, crawl if you must; just never give up.” Ein blöder Spruch, aber so in der Richtung war es genau das was ich nun machte… …begleitet von einem Zuschauer erreichte ich das Ende der Steigung und wurde noch von einem Balkon aus mit einem Gartenschlauch mit kaltem Wasser abgeduscht. Awesome! Danke!!!

Nur mehr ein Kilometer. Null Höhenmeter. Ein blauer Streifen. Das geht irgendwie. Ja irgendwie. Ein Fuß vor den anderen. Andere Läufer überholen mich und klopfen mir auf die Schulter. Verdammt, ich muss echt fertig aussehen. Aber he, das bin ich auch. Dann ein leerer Stuhl am Straßenrand bei einem Kaffee. Der ruft mich: setz dich kurz hin! Ich greif nach dem Teil, die Stecken (oder besser gesagt meine Krücken) in der anderen Hand. Und BAM!, wieder beide Waden. Wieder High Heels. Nur dass die Absätze fehlen. Blöd. Und diesmal geht’s ohne Vorankündigung Rücklinks auf den heißen Asphalt. Auweh. Sofort stehen 20 Zuschauer und Gäste aus dem Kaffee um mich rum und wollen helfen. Beim Versuch mir die Krämpfe raus zu dehnen, greifen 10 Hände gleichzeitig. Leider trägt das nicht zur Linderung bei und ich schrei mal wieder. Wasser wird mir über die Beine und das Gesicht gelehrt und die Krämpfe lassen dann irgendwann etwas nach. Dann helfen sie mir auf. Muss etwa so ausgesehen haben, wenn Frankensteins Monster erwacht. Aber immerhin bekam ich Applaus als hätte ich gerade gewonnen. Ich musste sogar etwas  schmunzeln, bedankte mich und wankte weiter dem Ziel entgegen. Peinlich. Aber egal. Heute wirklich schon egal. Und dann noch ein kleiner Rechtsknick und nochmals links. Der rote Teppich ins Ziel. Noch 5 Meter. Noch ein Krampf, aber der wird ignoriert und ich gehe über die Ziellinie. Die Hände in die Höhe erspare ich mir. 12:36:00. 367. Platz. Sch… egal. Ich bin echt noch ins Ziel! Ich will mich nur irgendwo hinlegen.

Diese kleinen Plantschbecken wären jetzt der absolute Wahnsinn, aber wenn ich mich da reinfallen lass, ersaufe ich sicher! Also rüber zur Physio… …eine super nette Physio kümmert sich sofort um mich, ja sie muss mir sogar die Calfs runter ziehen. Selber geht das nicht mehr. Mit viel Konzentration lass ich mich auf die Liege rauffallen und sie beginnt zu retten was zu retten ist. Aber leider ist da nichts mehr zu retten. Die Waden krampfen erneut so stark dass sie zu zweit versuchen müssen meine Fußschaufeln entgegen zu drücken. Ein Zuschauer muss den Massagetisch halten, da sie mich sonst weggeschoben hätten. Gar nicht mehr gut. Aus. Ich verlange dass ich ins Rettungszelt gebracht werde, aber vermutlich hat dies vor mir schon jemand getan, denn die waren sofort da. Und ab ging es ins Zelt des Cruz Roja. Und kurz darauf bekam ich den anscheinend bitter notwendigen IV drip.

a cold one wäre mir da lieber gewesen ;-)

…no comment

Eine große Infusion (inklusive einer zusätzlichen Spritze vom Herrn Doktor; war das Valium?! Egal, es hilft) und noch 2 kleine später beruhigte sich mein Körper wieder. 5 Helfer mussten sich abwechseln, um meine Waden am Krampfen zu hindern und ständig meine Fußschaufeln her drücken. Dann konnte ich wieder aufstehen. Holte mein Finisher-Shirt und meinen Rucksack…

Was soll ich sagen!? Das war ein Tag den man seinen Feinden nicht wünscht. Aber auch der ging zu Ende und was bleibt sind (hoffentlich) nur die Eindrücke dieser tollen Strecke, dieser genialen Landschaft, der tollen Leute an der Strecke, den Leidensgenossen, der perfekten Helfer und einem Ambiente das schwer zu toppen ist.  Adam: danke für deine Motivation, deinen Beistand und dem kalten Wasser! Allowed me to crawl to the finish line! Und besonderen Dank auch an die nette Physio die sogar noch im Zelt des Roten Kreuz weiter geholfen hat! Danke!

 

 

Wenn sich jetzt jemand fragt, ob ich mir dieses Rennen wieder antun würde, ist meine Antwort folgende: definitiv! Ich habe noch eine Rechnung offen mit dieser tollen Strecke. Nächstes Mal laufe ich dann auch! …falls ich aber wieder so einen “Zustand” erreichen sollte, mach ich früher Pause ;-)

So long und happy trails!

Regeneration nach dem Lauf!
…photo by Thomas Bohne

BTW:  Emilie Forsberg finishte als erste Dame (und Overall 16.!)in 08:13:22 h; Kilian Jornet gewann das Rennen mit einem neuen Streckenrekord in 06:54:09 h. Gratulation! Und auch Gratulation an all uns andere 980 die da irgendwann später noch über die Ziellinie „hüpften“!

BTW2: eine Woche nach dem Lauf versuch ich immer noch still zu halten, denn mein rechtes vorderes Schienbein (genauer tibialis anterior) ist ordentlich beleidigt…

…mein rechtes Bein von hinten gesehen, 5 Tage nach dem Lauf. Mittlerweile ist die Schwellung weg, aber der Schmerz am Schienbein ist noch da ;-(

BTW3: etwas Erfreuliches am Rande: ich darf als “Model” für den Tenerife Bluetrail herhalten ;-)

…irgendwo an einem Stadion in Tenerife

…und von einer Plakatwand ;-)

 

A ramble through the wild woods

…eigentlich waren es ja gleich 3!

Wild Forest: Das erste Trailrennen des TRAIL MAGAZINS. 3 Tage durch nen Wilden Wald fegen… Na klar, da mach ich mit! Da will ich hin!

Wo ist das denn eigentlich!? In Kreuth bei Rieden oder besser gesagt am Gelände der Ostbayernhalle, einem riesen (Europas größtes?) Pferdegut. Na gut, als Ösi noch immer keine Idee wo das ist. Irgendwo nach Regensburg auf Höhe Nürnberg. Wird schon nicht so weit sein…

Tag 1: …nach einer fast 8-stündigen Autofahrt mit “Umweg” über Tirol um meine Crew aufzuklauben schaffen wir es am Freitag (5. April) einige Minuten vor dem Start des 3km Nightsprints auch wirklich dort anzukommen. Nachdem im 1-Minuten Takt gestartet wurde darf ich noch schnell nachmelden und hab noch 59min um mich umzuziehen. Etwas die Beine vertreten tut sicherlich gut nach all der Autofahrerei.

…und bald steh ich dann auch schon am Start. Kurze Hose und meine Stirnlampe am Kopf. Leichter Schneefall und irgendwo um die 0°C. So viel zum Frühling ;-)

Los gehts. Raus aus der warmen Halle und ab in die kühle Nacht. Kurz etwas Wiese und 2 Straßen überspringen und bald sind wir auch schon im Wilden Wald. Nice! Links – Rechts – Rauf – Runter und ab und zu auch wo drüber. Die kalte Luft in den Lungen tut gut und das Wegfinden (wohl besser gesagt den Markierungen folgen) beschäftigt mich, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.

…Da ist dann auch schon wieder die Halle und rein ins Warme. 0:12:56 h und das heißt 4. Platz! Sogar 1. Platz in der M30 (haha, jetzt schau ich auch schon auf die Alterswertung!). Coole Sache. Und ich muss lachen als Korbinian (Schönberger; ein Kollege aus dem Team Salomon!) bei der Siegerehrung meinte er ist so kurze Distanzen nicht gewohnt; er laufe normalerweise 10km. Na dann ist ein 4. Platz für einen 100km bis 100Meilen Läufer ja nicht so schlecht ;-)

Danach gibt’s Essen in der “Box2Go” und es wird bis spät am Abend geplaudert. Viele bekannte Gesichter… …Irgendwann dann ab ins Matratzenlager. Noch schnell den Pferden zugesehen. Die Irren reiten die ganze Nacht (aber das haben die sich von uns sicherlich auch gedacht!). Gute Nacht…

Tag 2: der eigentliche Event: 45km Trio mit Sebastian und Marc. Der eigentliche Grund meines Besuchs im “Hohen Norden”. Gleichzeitig mit den 30km Duo starten wir um 12:00 auf eine 15km Runde. Das Tempo ist gleich ordentlich hoch und Denis aka Mr. Trail Magazin spielt die Zugmaschine. Dicht gefolgt von Dippi und Rudi… …ich schau mir das lieber von hinten an ;-)

Die erste Runde vergeht recht schnell und Silke reicht mir eine neue Flask mit heißem Iso. Danke schon mal hier an die tolle Verpflegung! Runde zwei ist etwas durch Krämpfe bei Sebastian geplagt. Es will heute nicht ganz so bei ihm. Wir nehmen es mit einem Lachen. Macht auch viel zu viel Spaß in diesem Wald hier um es anders zu sehen!

…die Pferdchen würden wohl auch lieber laufen!

…smiling along ;-)

…der Gripmaster schießt aus seinem Versteck ;-)

Runde drei wird dann wieder mehr Gas gegeben und wir schaffen es noch die eine oder andere Truppe zu überholen. Dachte mir 3 mal das gleiche zu laufen wird irgendwie fad; aber es machte einfach nur Spaß. Zick-Zack und drüber hüpfen und unten durch. Dann rein in einen Bombenkrater (oder war es eine Doline?) um auch gleich wieder auf der anderen Seite hochzukrabbeln. Voll das schöne Moos über das wir laufen, dann wieder Äste die im Weg sind und der eine oder andere Dornbusch. Nur die große Wiesenschleife hat mich in jeder Runde viel Überwindung gekostet. Da kommt mir vor es geht einfach nix weiter. Endlich wieder im Wald und man ist beschäftigt: man darf wieder im Wald spielen ;-)

thanks to Sportograf, nice shot!

Irgendwie geht dann leider auch die dritte Runde zu Ende; wir schnappen uns noch Marc seine Damen die sich mehr als nur wacker über die 30km schlagen und Herr Blumrich wird noch kurz vor dem Ziel kassiert. Sorry, das musste sein ;-)

Nach 3:48:57 h sind die 45km “erledigt” und wir dürfen uns über den 5. Platz freuen. Und das Wichtigste: wir hatten einen Mordsspaß! Also zumindest der Autor dieses Textes, aber den Gesichtern meiner Mitstreiter zu urteilen ging es ihnen nicht viel anders!

…und zur Abwechslung danach Kartoffeln mit Schnittlauch-Sahne-Sauce. Perfektes after-race-meal. Yammy! Und vor allem viel after-race-talk mit den vielen vielen Gleichgesinnten. Eine wohlverdiente Dusche. Ja, auch trotz der Kälte hab zumindest ich etwas geschwitzt. Wenn ich so wie Dippi gelaufen wäre, wäre ich wohl erfroren ;-) Und dann auch nochmals “Box2Go” Nudeln… Diesmal etwas früher in den Schlafsack.

Tag 3: 12km Duo. Nach einem weiteren guten Frühstück in der Box2Go geht es diesmal bereits um 10:00 los. Heute ist gleich einiges mehr los: 100 Starter. Und einige von denen haben zumindest nicht die 45 km von gestern in den Beinen. Positiv gesehen bin ich also schon gut aufgewärmt und kenne teilweise die Strecke. Doch nicht alles ist gleich und vor allem es wird alles in die andere Richtung gerannt. Dann lassen wir es nochmals krachen und schauen was noch geht. Gleich wieder ein ordentliches Tempo und ich versuch meinem Teamkollegen Stefan (Tassani, ja die mit dem Laufladen!) zu folgen. Es gelingt mir nur bedingt, aber er ist ja extra für das Rennen angereist und ich muss mir wohl eingestehen dass frische Beine wohl besser sind als eine bessere Streckenkenntnis… Eigentlich warte ich nur auf den Einbruch. Denke nicht dass ich so ein Tempo die ganze Strecke laufen kann. Aber die Mitstreiter im Nacken machen mir Beine.

Leider muss ich dann aber doch einen vorbei lassen als wir uns der Halle wieder nähern. Einmal geht es noch durch den Wald und um die ganze Halle herum und ich versuch ihm auf den Fersen zu bleiben. Gute 15-20 Meter fehlen mir dann doch als wir in die Halle stürmen. 0:53:34 h. Na immerhin. 11. Platz und 7. in der M30. Leider nicht Top10; aber auch hier wieder sicherlich nicht “meine” Distanz.

Umso mehr muss ich aber gestehen dass mir diese Raserei durch den Wald wirklich Spaß gemacht hat. Eine Mordsgaudi. Eine echt lustige Strecke! Und viel mehr noch war einfach das Drumherum einfach spitze. Toll organisiert, super Leute (hat mich riesig gefreut so viele von euch wieder zu sehen!) und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. 3 tolle Tage. Danke!

3 Tage – 3 Rennen – ein Schuh und eine kurze Hose ;-)

…und nun wieder gute 7Std nach Hause. War es das wert? Definitiv!

(hier ein link zu den Ergebnissen)

Saisoneröffnung 2013

Es ist Anfang März, genau genommen der 1. März um 23:59 Uhr. Ich stehe hier mit etwa 419 Gleichgesinnten an der Hafenpromenade von Agaete und wir zählen die letzten Sekunden bis zum Start. Der Start zum TransGranCanaria 2013, der 10ten Ausgabe. Meine – und wohl auch für viele andere Läufer – Saisoneröffnung. Es ist recht früh im Jahr. Zu früh? …für 119 km und 7300 positiven und vor allem auch 7300 negativen Höhenmetern über Stock und Stein, aber wie sich noch sehr deutlich herausstellen sollte, vor allem über Stein. Hab ich sie noch alle? Ich bin heuer noch nie mehr als 2000 hm in einem Stück gelaufen und mein längster Lauf war gerade einmal 47 km. Wieso mute ich mir nun also gleich die Voll-Version des TGC zu? Auch Denis neben mir stellt sich die gleiche Frage. Ein Ryan Sandes reduzierte auf die „kurze“ Strecke (Advanced, 83km) und sollte diese dann auch eindrucksvoll gewinnen…

Aber he, so sehen wir mehr von dieser Insel! Und am Ende des Tages haben wir dann auch am Meisten zu erzählen ;-)

Und außerdem ist es jetzt eh zu spät um sich noch groß darüber Gedanken zu machen. Es geht nun wirklich los. Die Stimmung in Agaete ist grandios und der Countdown hat bereits begonnen: …cinco, cuatro, tres, dos, uno und ab die Post! Die Meute wird losgelassen.

…Denis und ich in der Meute

Es ist angenehm warm und nachdem es sofort bergauf geht ist das Aufwärmen etwa nach 2 Minuten abgeschlossen. Ab jetzt geht es einmal gute 1000 hm stetig bergauf. Anfangs noch eine Forststrasse, aber schon bald ein genialer Singletrail. Ich fühle mich gut und laufe dahin. Andere gehen schon, ich laufe noch. Fein, das gefällt mir. Ich bin im grünen Bereich und die Höhenmeter auf der Ambit zählen ordentlich nach oben. Die ersten 1000 hm hab ich dann in 1:05Std. hinter mir. Na das wäre doch nett wenn es so weiter gehen würde. Wunschgedanke. Kurz darauf passieren wir dann auch schon die erste Labestation. Flasks füllen und weiter. Asphaltstraße. Und noch bevor ich meine Flasks zugeschraubt habe lieg ich schon auf der Nase. Ja, so eine Kante im Asphalt ist doch auch viel tückischer als Würzeln oder Felsblöcke ;-). Mein Zeugs wieder einsammeln und weiter laufen. Es sollte dies auch mein einziger Sturz sein. Peinlich.

…irgendwo eine der unzähligen Serpentinen hoch

Um mich herum sind immer wieder einige Läufer. Es wird etwas spanisch geplaudert und ich genieße die Begleitung. Keine Ahnung wie weit vorne oder hinten wir eigentlich sind, aber es macht Spaß und das Tempo ist zügig, die Luft ist herrlich. Nur die Sicht wird schön langsam schlechter. Und aus dem Nebel kommt immer mehr Regen. Artenara (km 18) ist bald erreicht (2:20hrs) und nach kurzer Stärkung und Zuspruch meiner Crew geht es dann zum ersten Mal ordentlich bergab. Der Fels ist rutschig und ich muss mich konzentrieren um mich hier nicht schon am Anfang aufzuarbeiten. Einige Kollegen schießen an mir vorbei als gäbe es kein Morgen. Ich lass sie ziehen. Unten im Bachbett angekommen geht es auch gleich wieder bergauf. Bei km 25 packe ich bereits meine Stecken aus um die Anstiege in Angriff zu nehmen. Habe schon lange nicht mehr so früh die z-Poles verwendet, aber heute fühlt es sich irgendwie richtig und gut an. Also rauf da. Das Wetter wird vermehrt ungemütlich. Wie war das mit Sonne und Hitze? Teilweise nun dichtester Nebel und Regen, dazu eine Briese Wind die dann immer wieder mal eher eine Sturmböe ist. Zusätzlich zur Windjacke werfe ich mir dann irgendwann auch die Regenjacke über. Auf einer Forststraße bergab gespickt mit großen Flesblöcken versuche ich an meinem Vordermann dran zu bleiben. Er ist gerade einmal 3 Meter vor mir, aber teilweise erkenne ich kaum das rote Rücklicht an seinem Rucksack und verhindere oft nur knapp, dass ich mit den Felsbrocken die da zwischen seinem Rücklicht und dem Lichtschein meiner Stirnlampe auftauchen, Fußball spiele. Irgendwie ist das Zeitgefühl verloren und ich versuche einen Schritt nach dem anderen in dieser Nebelsuppe hinzubekommen. Auf einem felsigen Pfad talauswärts ist die Sicht dann endlich wieder besser; man sieht nur den Pfad trotzdem nicht wirklich, weil das nasse Gras und Gebüsch herein hängt. Auf einmal Vogelgezwitscher! Und dann auch die ersten Konturen die die traumhafte Landschaft erahnen lassen. Morgengrauen. Super schön, einfach genial. Das sind die Momente für die sich die Mühe lohnt. Ich atme die Morgenluft ein und genieße den Augenblick.

Etwas später spuckt uns der Pfad auf eine Asphaltstraße wieder aus und wir laufen Richtung Kilometermarke 55. Ein kleines Zelt. Etwas agua auffüllen. Cola. Erdnüsse und weiter. Die Stirnlampe ist nun nicht mehr nötig und ich trabe gutgelaunt eine Forststraße bergab. Auf einmal Ziegen. Viele. Aber keine Streckenmarkierung? Verdammt. Verlaufen. Wieder retour. Vielleicht 5 min Umweg, aber es ärgert mich. Hab einfach die Abzweigung verschlafen. Eigentlich fast unmöglich, denn die Streckenmarkierungen sind echt top! Dann wieder felsige Pfade die uns von einem Staudamm (Prisa de Las Ninas) zum anderen (Presa de Chira) bringen. Es sind nun um mich rum 3 Mitstreiter und wir wechseln uns immer wieder einmal ab. Einer knickt direkt vor mir um, scheint dann aber nicht so schlimm zu sein wie es aussah. Ein anderer fragt beim Roten Kreuz kurz nach, holt uns aber bald wieder ein. Mehr oder weniger gemeinsam erreichen wir die letzte Labestation bei km 63.5 bevor es den großen Anstieg rauf nach Garanon geht. Hier nochmals Energie tanken. Nüsse, Cola, Orangen. Ein Bussi von meiner Crew, die keine Mühen scheute sogar hier an diesem verlassenen Ort aufzutauchen um mich zu unterstützen. Danke! Merci! Muchas gracias!

Und jetzt ab nach oben. Ordentlich nach oben. Der Regen wird wieder stärker, aber vor allem der Wind. Kapuze drüber und Zip bis rauf zur Nase. Geniale felsgepflasterte Wege führen uns immer höher, die teils aber aufgrund des anhaltenden Regens nun einfach ein Bachbett sind.

photo by PressCanarias.com

Der Wind nagt an den Beinen. Und macht mir auch Beine. Ich muss in Bewegung bleiben, damit mir nicht zu kalt wird. Auf einem Grad angekommen, bläst mich der Wind fast davon. Arge Windböen. Ich beeile mich um von diesem Grad runter zu kommen. Hier stehen zu bleiben ist nicht drin, obwohl es gerade eine geniale Stimmung hat!

Irgendwann als es grad flacher ist, ich aber aufgrund des Felsblockgehüpfes eher gehend mich fortbewege, überholt mich einer in weißer Salomonkluft. Wo kommt der her? Und so sauber? Sind das die Läufer vom 83km – Advanced? Dann kann es nicht mehr weit sein bis Garanon. In der Tat. Ich laufe durch die Hütten in denen Philipp a.k.a. Zauberlehrling und Julia a.k.a. Trailschnittchen schon gastieren durften und stehe sogleich auch in der Labestation Garanon bei km 79. Bevor ich etwas zu trinken bekomme, erst mal der komplette Materialcheck. Alles wird überprüft! Find ich super, und die 3 min nutze ich um etwas zu verschnaufen. Dann Trinken auffüllen, 1 Kaffee und Orangen. Die Chickensoup verneine ich. Eine Bouillon hätte mir aber sicherlich gut getan. Die nasse und vor allem windige Nacht hat mich doch etwas in Mitleidenschaft gezogen. Anyway, draußen deutet mir Renata den Weg – ja, Frau Olmo höchst persönlich! Silke wartet in dem dafür vorgesehenen Betreuer-Zelt auf mich. Dick verpackt in Daunen- und Regenjacke. Ihr ist vermutlich viel kälter als mir. Ich beweg mich ja die ganze Zeit. Schnell wechsle ich meine durchnässten Shirts und fülle meinen Gelvorrat auf. Alle 45-60 min wird davon genascht! Marco Olmo, der die 83 km Advanced-Strecke läuft, verlässt 30 sec vor mir die Station und ich schaffe es noch 30 sec ihm zu folgen. Schon eine extrem coole Sache, dass der alte Mann (64!) oder besser gesagt diese Legende sich hier die Ehre gibt und schlussendlich einen beachtlichen 11. Platz erläuft. Chapeau!!! Und auch eine coole Sache, dass die Rennen so getimed sind, dass man auch etwas von den anderen Bewerben live mitbekommt. Gefällt mir.

Es geht nun auf erstaunlich „smoothen“ trails bergab, diese sind zwar gatschig, aber bei weitem nicht so felsig wie fast alles was wir bis dahin gelaufen sind. Schön. Und es wird auch schön langsam wärmer. Bergab entledige ich mich meiner Regenjacke. Etas später der Windjacke. Und als dann die Sonne wieder ordentlich ihre Power zeigt ist das langärmlige Shirt dann auch definitiv zu viel. Marco hatte in Garanon schon nur ein Shirt an. Ja, so hätte ich mir einiges an Zwischenstops erspart…

In Teror ist es schon erbarmungslos heiß (für die Einheimischen wahrscheinlich immer noch winterlich, deren Stiefel nach zu urteilen) und selbst das ärmellose Shirt kommt mir zu viel vor. Agua und etwas kaltes Cola, und weiter. Silke motiviert mich nochmals und meint es ist nun wirklich nicht mehr weit. Genau. Fast sind die 100 km ja schon geschafft. Und es geht fast nur mehr bergab. Fast. Auweia ;-)

Dieser letze bessere ½-Marathon hat es noch in sich und sollte noch 3 ¼ Stunden in Anspruch nehmen. Zuerst einmal brav leicht bergauf. Entlang einer Bewässerungsrinne und bergab. Der erste Blick nach Las Palmas zum Auditorio. Das Ziel. Schaut ja gar nicht mehr so weit aus. Hehe. Denkste! Immer mehr Läufer vom Marathon und ½-Marathon („Starter“) sind auf der Strecke. Und vereinzelt Läufer vom Advanced. Einen Leidensgenossen vom 119er überhole ich auf einer Bergab-Passage. Er leidet anscheinend bereits noch etwas mehr als ich. Es ist nicht mehr weit rede ich mir ein und deute ihm er solle mitlaufen. Es ist schwer die Übersicht zu behalten wer zu welchem Lauf gehört, aber eigentlich ist es mir in dem Moment egal, ich will nur mehr ankommen. Es ist genug für heute. Meine Beine haben genug. Und meine Füße erst recht. Die wasserreiche Nacht hat beiden Ballen etwas zugesetzt und nun bedanken sie sich bei mir mit jeweils etwa 5 x 2 cm großen Blasen. Das tut gut. Vor allem wenn es jetzt bei brütender Sonne ein trockenes Bachbett hinaus geht. Ja, geht. Mehr ist im Moment nicht drin. Die Beine könnte ich wohl noch zum Laufen überreden, aber die Blasen an den Füßen verneinen. Noch ein steiler Anstieg. Ein 83km-Läufer trippelt neben mir hoch. Ich schiebe mit den Stecken. Oben angekommen sehen wir dann wieder den Strand. Unser aller Ziel zum greifen nahe. Noch 3 km. Ich laufe wieder. Der Zielmagnet beginnt zu wirken. Und gehe wieder. Eine finale Asphaltstraße. Bergab. Zähne zusammen beißen und los. Ich hänge den 83km-Läufer ab. Einmal noch um einen Hügel herum. Ich muss wieder gehen. Dann klopft mir der Kollege auf die Schulter und deutet dass wir das jetzt im Laufschritt fertig machen.

Danke fürs Mitziehen! Muchas gracias!
photo by PressCanarias.com

Ich laufe. Ein finales Hindernis: eine Leitplanke. Geschafft. Und durch die Menschenmasse dem Ziel entgegen. Unbeschreiblich. Schmerzfrei geht es den roten Teppich rauf über die Ziellinie. 16:35:11. Fertig. Danke. Genug für heute!

 

endlich!

Finisher-Weste holen, Chip abgeben und Silke im Getümmel suchen. Einen Sitzplatz ergattern und hinsetzen. Tut das gut ;-)

Nach halbstündigen Einbruch schleppe ich mich zum Mietauto und bis zur Dämmerung feuern wir noch Läufer an. Dann geht es zurück ins Hotel, wo wir dann beide beim Abendessen fast in die Teller fallen, vor lauter Müdigkeit. Hut ab für die die jetzt noch unterwegs sind. Ist Denis schon da? Daumen drücken. Ich muss ins Bett. Augen zu.

Um 5:00 bin ich wieder wach. Zu KO um zu schlafen. Irgendwie ein komisches Gefühl. Ich gehe die Ergebnislisten durch und bin froh zu sehen, dass Denis es auch noch gut in einem Tag geschafft hat. Und ich, ich sollte es schlußendlich auf Platz 14 geschafft haben. Fast durchgehend bin ich auf dieser Position gelaufen. 14. War ich nach 18 km; bei 55 und auch in Garanon bei km 79. Und im Ziel dann auch wieder 14. Coole Sache ;-)

Bin überglücklich so früh im Jahr sowas abliefern zu können. Ein gelungener Einstand. Ein riesen Dankeschön an meine Crew! Ja da ist ein candle-light dinner wohl wirklich zu wenig! Und ein großes Dankeschön an all meine Unterstützer und Sponsoren! Danke Salomon, Danke Suunto, Danke GU, Danke Innovit und Danke AlpenHeat. Dank eurer Hilfe ging die Saison 2013 schon einmal ganz gut los und ich freu mich schon auf das nächste Abenteuer, die nächsten Trailmeter und –höhenmeter!

So long und bis dann!

BTW: Unser Rückflug hatte weit mehr Verspätung als ich für den Lauf benötigte: 21 Std! Naja, ein Tag Zwangspause und immerhin durften wir unseren Frust mit dem Allgäuer und seiner Family teilen. Danke!